5 Jahre Nikolaushaus

EINE FAMILIE WÄCHST!

Barbara Engel, im Nikolaushaus von 2012 bis 2015

Mit Familie gemeint ist die persönliche Beziehung zu jedem Kind. Einige Kinder kannte Stefanie Köster bereits mehrere Jahre, als sie das Nikolaushaus gründete. Sie sah die Lebensbedingungen, die für die Entwicklung der Kinder nicht förderlich waren, und wollte ihnen eine Familie mit gesunden Bedingungen bieten. Zwei der Kinder litten unter schwerwiegenden Behinderungen und erhielten keinerlei Unterstützung. Das wollte sie ändern.

Von Anfang an lebten dabei Kinder mit und ohne Behinderung zusammen. Inklusion wurde einfach gelebt – ohne viel Aufhebens und große Konzepte. So wie es in normalen Familien abläuft, in denen ja auch nicht alle Kinder gleich sind. Im Nikolaushaus sollten alle ihren Platz in einer neuen Familie finden, egal welche tragische Geschichte sie zuvor erlebt hatten. Ein Plan, der seine Zeit braucht. Zeit, in der die Kinder ihre traumatischen Erlebnisse hinter sich lassen und ein neues Lebensgefühl entwickeln können. Dieses Lebensgefühl ist inzwischen deutlich zu spüren. Es wird viel gesungen, getanzt und gelacht.

Fest steht: Im Nikolaushaus ist immer was los und die Familie ist in den letzten fünf Jahren stetig gewachsen. Dabei klärte Stefanie Köster jedes Mal sorgfältig ab, ob ein neues Kind tatsächlich nicht bei Verwandten unterkommen und versorgt werden konnte. Denn Letzteres ist in tansanischen Familien durchaus üblich, wenn es die Situation erfordert. Und so hat die Nikolausfamilie – wie andere Familien auch – ein Netz von „Verwandten“ um sich herum: Eltern und Großeltern, die mit der Versorgung der Kinder überfordert waren, Geschwister, Tanten, Onkel und entferntere Verwandte einzelner Kinder, die im Nikolaushaus immer willkommen sind, sei es zu Geburtstagen, religiösen Festen oder Arbeitseinsätzen.

Stefanies Anliegen ist es, familiäre Bindungen der Kinder nach außen zu pflegen. So hilft sie auch, verschollene Verwandte aufzuspüren, wenn die Kinder dies wünschen. Zur erweiterten Nikolausfamilie gehören außerdem viele ehemalige Praktikantinnen und Praktikanten, die Paten und Patinnen der Kinder aus Deutschland und alle anderen, die dieser besonderen Familie nahestehen und sie unterstützen.

In verschiedenen afrikanischen Kulturen herrscht die Meinung, dass es für die Erziehung eines Kindes ein ganzes Dorf braucht. Zusammen in der Gemeinschaft erleben die Kinder ihre Zugehörigkeit und die Erziehenden Unterstützung in schwierigen Momenten. Dieser Gedanke wird im Nikolaushaus wahr.

Anlässlich unseres 5-jährigen Jubiläums haben wir eine Zeitung zusammengestellt. PDF zum Download: jubiläumszeitung-nikolaushaus-afrika

 

Nikolaushaus Ostern 2017

Ostern 2017

Der Herr ist vom Tod auferstanden, wie er gesagt hat. Freut euch und frohlockt, denn er herrscht in Ewigkeit. Halleluja.

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses,
Herzliche Ostergrüße aus dem Nikolaushaus!
Zwischen dem letzten Rundbrief zu Weihnachten und diesem Osterbrief liegen 140 Tage, die, wie könnte es anders sein, wenn so viele Menschen zusammenleben, gefüllt sind mit viel Alltag und Schule, der Ankunft neuer Kinder und Mitarbeiterinnen, Besuchern, Feiern, Sonne und Regen, Stromausfällen und einigem mehr.

EröffnungsfeierZwischen Weihnachten und Neujahr hatten wir die offizielle Eröffnungsfeier unser Franziskusgemeinde in Kemondo. Der Bischof hatte uns schon vor einem Jahr zu einer eigenständigen Gemeinde ernannt, aber wir mussten noch einige Auflagen erfüllen, bis wir dies auch feiern durften. Die Feier war afrikanisch groß und bunt mit vielen, vielen Leuten, die sangen und tanzten.

Direkt Anfang Januar sind wir dann mit elf Kindern und sieben Erwachsenen nach Kigoma an den Tanganyikasee gefahren. Wir waren jeden Tag schwimmen, die Zebras kamen bis zu unserem Gästehaus und um auch für die Bildung der Kinder zu sorgen, waren wir im Museum! Ferien
Zebras
Für die Kinder (und auch für die Erwachsenen) waren es wunderschöne, entspannte und erholsame Ferien. Es war schön zu sehen, wie glücklich und unbeschwert die Kinder waren, bevor es dann am 9. Januar mit dem neuen Schuljahr losging.
In Tansania fängt das Schuljahr im Januar an und endet Anfang Dezember. Dieses Jahr besuchen 8 Kinder den Kindergarten, 3 Kinder die erste Klasse und 12 Kinder die übrigen Klassen. So bleiben nur 6 Kinder Zuhause, weil sie entweder noch zu jung sind für den Kindergarten, oder weil es in unserer Umgebung keine Schule gibt, die ihren besonderen Bedürfnissen gerecht wird.
Schulkinder
Schule in Tansania, SchulbildungMagdalena und Joseph sind ins Internat umgezogen. Die Schule besteht darauf, dass alle Kinder in der Abschlussklasse ins Internat gehen, damit die Kinder von morgens 5 Uhr bis 22 Uhr für ihre Abschlussprüfungen lernen können. Hadija ist ebenfalls ins Internat gegangen – sie hat die erste Klasse einer Förderschule für blinde Kinder begonnen. Die ersten Wochen waren für die Kinder sehr schwer und auch wir vermissen die Drei sehr. Desto größer dann die Freude, dass die Kinder nun in den Osterferien bei uns Zuhause sind.
Seit Januar nehmen nun acht Kinder aus dem Nikolaushaus am Kommunionunterricht teil. Bisher bedeutete dies, dass wir ein ganzes Jahr lang fünfmal pro Woche die Kinder zum Unterricht zur Kirche fahren mussten. Doch wir lernen aus Erfahrung! Dieses Jahr habe ich den Pastor und die Katechetin gebeten, doch den Kommunionunterricht auf dem Gelände des Nikolaushauses zu halten. Das erspart uns viel Zeit und Fahrerei und kommt auch den Kindern aus der Nachbarschaft zugute, die sonst täglich 3 km zur Kirche laufen müssten. Die Kommunionfeier wird im November sein.
neues Kind
 
Im Dezember ist Flavia zu uns gekommen. Sie ist fünf Jahre alt und kommt aus schwierigen Familienverhältnissen. Gemeinsam mit Kalokola geht sie nun in die Vorschulklasse. Da sie uns bereits öfter besucht hatte im Nikolaushaus, fiel ihr das Eingewöhnen nicht schwer.

Unser jüngster Zuwachs ist die kleine Editha. Sie ist 6 Jahre alt. Sie hat einen Mikrocephalus (zu kleinen Kopf), Epilepsie, Zerebralparese und eine geistige Behinderung. 2012 brachten ihre Eltern sie zum ersten Mal zu unserer ambulanten „Outpatient Clinic“ am Samstag. Die Familie lebt in jüngster Zuwachs im Nikolaushausunserer Nachbarschaft. 2013 beging der Vater Selbstmord. Seitdem ist die Mutter alleinerziehend mit vier Kindern. Irgendwann kam die Mutter nicht mehr mit Editha zu uns, sondern schickte die zwei Jahre ältere Schwester. In den vergangenen 5 Jahren musste ich beobachten, dass unsere externe Unterstützung nicht mehr ausreichte. Die Mutter hatte Editha regelrecht aufgegeben und reagierte nicht auf unsere Appelle. So haben wir Editha nun im Februar bei uns aufgenommen. Sie wog nur noch 7 kg! In den ersten beiden Nächten weinte sie mehrere Stunden, was uns sehr erstaunt hat. Zeigt es doch, dass sie viel mehr von ihrer Umgebung mitbekommt, als wir angenommen hatten.

Inzwischen fühlt sich Editha sehr wohl bei uns. Mit offenen Augen und Ohren beobachtet sie alles, was um sie herum geschieht und bei jeder Ansprache lacht sie uns an und quietscht vor Freude. Sie hat bereits 2 kg zugenommen und trotz ihrer schweren Behinderung hat sie eine robuste Gesundheit. Es ist so schön zu sehen, wie sich aus einem kleinen Bündel, das wir bekommen, ein lachendes Kind entwickelt. Sie ist der 29. Sonnenschein in unserem Haus!

 Außer zwei neuen Kindern haben wir auch drei neue Mitarbeiterinnen bekommen. Zwischen Juli 2016 und Ostern 2017 durften wir sieben Praktikantinnen und 18 Besucher aus Deutschland, der Schweiz und den USA in unserem Haus willkommen heißen. Das bringt viel Freude und Trubel mit sich, doch der Alltag geht trotz allem weiter.

Wir hatten dieses Jahr eine besondere Fastenzeit: Tanesco, die tansanische Stromgesellschaft bescherte uns etliche Stromausfälle. Einmal von fünf Tagen, später noch mal von neun Tagen in Folge. Das Leben geht in Tansania auch ohne Strom weiter, aber es hemmt schon viele Bereiche des (Arbeits-)Lebens. In der westlichen Welt wäre der Notstand ausgerufen worden! Stromausfälle von jeweils ein bis zwei Tagen sind wir gewöhnt und sind daher nicht weiter erwähnenswert. Positiv gesehen kann man auch sagen, dass Tansania mit dem Stromsparen ein deutliches Zeichen für den Klimaschutz setzt. Bei uns wird nicht nur für eine Stunde medienwirksam das Licht ausgeschaltet! Doch haben wir seit Kurzem Solarlicht im Nikolaushaus, damit wir uns morgens und abends nicht im Schein einer Handytaschenlampe durchs Haus tasten müssen. Auch haben wir einen Generator, der die Waschmaschine antreiben kann. Boniface, unser Jüngster (2 Jahre) hat gelernt „Generator“ zu sagen!  Gleichzeitig mit den Stromausfällen kam noch der Segen einer kräftigen Regenzeit, für die wir sehr dankbar sind, dafür aber auch ein Haus voller erkälteter Kinder und Mitarbeiterinnen. Doch früher oder später scheint in Tansania wieder die Sonne, der Strom kommt wieder und die Rotznasen trocknen. In diesem Sinne freuen wir uns jetzt auch auf die Osterferien und das Osterfest!

In der Woche vor Ostern sind wir mit den großen Kindern, zwei Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen nach Musoma gefahren, um Maria und Steven zu besuchen, die dort seit August leben. Es war schön, die beiden wieder zusehen. Auf dem Rückweg gab es noch einen Höhepunkt für die Kinder: Wir sind einen Tag durch die Serengeti gefahren und durften Tansanias reiche Tierwelt einmal mit eigenen Augen sehen. Der Eintritt in den Nationalpark kostet nur einen Dollar pro Kind und doch waren wir noch nie da, weil die Fahrt dorthin so lang ist. Maria und Steven

TansaniaTansania ist ein sehr großes weites Land. Wir waren insgesamt fünf Tage unterwegs.
Doch bevor ich den Brief schließe, noch eine für mich persönlich und für viele Menschen in Kemondo und im Bistum Bukoba sehr traurige Nachricht: Die San Damiano Mission in Kemondo, die Schwester Anne und ich 1999 gegründet und aufgebaut haben, wird nun Mitte Mai nach 18 Jahren geschlossen werden. SchwesternSchwester Anne wird in die USA zurückkehren, ihre drei indischen Mitschwestern nach Indien. Das Haus der Schwestern wird dem Bistum Bukoba übergeben werden. Ob jemand und falls ja, wer die Arbeit der Schwestern weiterführen wird, ist noch nicht klar. Der Abschied steht in wenigen Wochen an. Viele Menschen sind traurig und betroffen.

Vom 27.5. bis zum 4.7. werde ich mit meinen beiden Töchtern wieder nach Deutschland (Essen) kommen. Falls Sie Interesse daran haben, dass ich in Wort und Bild in Kirchengemeinden, Schulen oder anderen Gruppen vom Nikolaushaus erzähle, dann kontaktieren Sie mich bitte frühzeitig über diese E-Mail-Adresse.

Ihnen allen wünschen wir ein frohes Fest der Auferstehung,
Stefanie Köster und die Kinder und Mitarbeiterinnen des Nikolaushauses

P.S.:
Bitte schicken Sie uns keine Pakete mehr zum Nikolaushaus! Es ist lieb gemeint, doch haben sich die tansanischen Gesetze verschärft. JEDES Paket wird vom Zollamt geöffnet. Wir zahlen 50 % des auf dem Paket angegebenen Warenwertes. Dazu müssen wir dreimal zur Post, dreimal zum Zollamt und einmal zur Bank, um die Zahlung zu tätigen, bevor uns das Paket schließlich ausgehändigt wird. Das ist ein zeitlicher Arbeitsaufwand von mindestens zwei Stunden und kostet uns leider auch noch viel Geld.
Bpost nach Afrika versendenLebensmittel, Medikamente und Kosmetika bedürfen einer gesonderten Genehmigung, die nur schwer erhältlich ist. Bitte diese Produkte niemals schicken. Aus diesen Erfahrungen heraus bitten wir Sie, uns keine Pakete mehr zu schicken.

Nur gefütterte Briefumschläge, in die man ein paar Kleinigkeiten legen kann und bei Warenwert „0 Euro / Donation” angibt, kommen noch problemlos bei uns an (s. Foto). Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Easter 2016

Kinder vom NikolaushausThis is the day the Lord has made; Let us rejoice and be glad. Ps 118

Easter 2016

Dear Friends and Supporters of St. Nicholaus, Heartfelt Greetings for the feast of Christs Resurrection!

2016 started off with good news for us: Five years after applying for an official license to operate the childrens center we have finally secured it. Why so soon?! Different people and circumstances came to our assistance. One of the reasons was Tanzanias presidential elections in October 2015. The new president, Mr. Magufuli, initiated already many changes. P1090691

His campaign slogan was Hapa Kazi Tu! (Here is only work!). What would Magufuli do? has become another popular saying. The new president seems to be serious about realizing his election campaign promises. For 2016, he canceled all tuition and fees in public schools and prohibited private schools to raise their tuition and fees. Unnecessary government expenses such as international first class have been cut. The president is determined to put an end to corruption. He is implementing measures to curb tax evasion since hardly anyone in the country has been paying taxes. Most significantly, President Magufuli wants to improve and advance his country and I am looking forward to changes over the next few years. Unfortunately for foreign nationals the costs for residents and work permits have quadrupled. If you like to read more about this topic please refer to the attached news clip.

With the new wind blowing in the country, a high-ranking government official visited us at St. Nicholaus the day before Christmas Eve. Along came the local TV station that broadcasted this visit later. We were greeted with the usual gifts every childrens home in Tanzania receives from time to time: a goat, a bag of rice and a bag of sugar. When asked what else we need, I mentioned the license necessary to formally operate St. Nicholaus Childrens Center. In front of the TV camera, the government official promised we would receive it before January 1, 2016. In the end, the license was issued January 6th, but after five years of waiting another week is negligible…P1080785

Overall, Tanzania has significantly developed in the past years. Many people have access to electricity. The main roads are paved which makes travel, transport and trade a lot easier. People have inexpensive prepaid cell phones and access to Internet for affordable fees. This greatly improves communication and business activities. However, health care and education still greatly lack behind. Many people continue to die of diseases that could have been treated, simply because the disease had not been diagnosed correctly and attended to properly. Public school education is free but at the same time worthless, because 70-100 students sit in a classroom copying study material from the blackboard while the teacher enjoys a cup of tea in the teachers office. Public school teachers and even headmasters use their salaries to send their own children to expensive private schools. Nobody seems to notice the contradiction. In this culture, people are not accustomed to protesting and organizing demonstrations. They are unaware of their rights to question authority and initiate change.

Last year, several organizations that serve people with disabilities in the greater Lake Victoria region, formed a network organization. Goal of the Tanzania Disability Rehabilitation Consortium (TDRC) is to join forces to help people with disabilities and to advocate for and strengthen their rights in the country. Of course, St. Nicholaus is a member of this new network organization that hopefully will extend throughout the country.

Waisenkinder in AfrikaI have been actively looking for a home for adult people with disability for our oldest girl Maria (19). Recently, I went to Rulenge, a small village about a 6-hour drive away at the Rwandan-Burundian border. There, the Sisters of Mother Teresa have a home for infants and for elderly women. They also care for three women with disabilities. Unfortunately, they cannot take Maria. Thus, my search for a new home for her will continue. While we were visiting the Sisters, they received a distressing phone call: In Yemen, on Friday, March 4th, the Islamic State (IS) killed four Sisters of Mother Teresa along with 11 other people who were all ministering at a center for those in need.

In January, the Franciscan Sisters who work at St. Nicholaus moved into their new house. Two Sisters are working as caregivers and two Sisters are cooks at our center. One Sister is a teacher at a nearby primary school and another Sister is the teacher at the new Catholic kindergarten in our parish. 

Katholischer Kindergarten21.1.2016 Schulkinder 2016 St. NicholausBut not only our country has developed the children of St. Nicholaus are making equally great strides. Since January, 18 out of 27 children are enrolled in local kindergartens and schools, 7 children are attending a special ed class in our center and the two youngest children are actively learning how to walk and talk. Therefore, the mornings are nice and quiet. During the afternoons, they are doing their homework or run, play and make plenty of noise because they had to sit still all day long in class. On the weekends, the older ones are busy with choir practice, religious education and the Franciscan children and youth groups in our parish. Some enjoy a hike with their scout group.

A broken laundry machine has added a bit of spice to daily living. The existing laundry machine was only one year old but decided to retire early because of heavy use. There is no service shop we can call. The local electrician and a visitor tried their best. After one week of doing laundry for 27 children by hand, my caregivers were ready to quit!!! By now, we have a new washing machine. The old one is still turning but it is no longer spinning nor providing us with any wash programs…

During the Easter holidays, our five big girls (16, 12, 10 and 2×8 years old) are attending a two-week workshop on self-defense. This is an important issue given the pace our children are developing into adolescents. We want to build and strengthen the self-confidence of our girls. They need to learn to say NO when someone assaults them. On the 90-minute drive home from a recent practice session, the girls were screaming Hapana! (No!) at the top of their voices. They are excited about the training and we are lucky that such a program is available in our area. In the meantime, our boys will join a Franciscan Youth group for a week of volunteer work.

Agatha mit Mwolkozi und DavidAgatha with her two children Mwolokozi (12) and David (1) are with us for Easter. I have told her story in previous general letters. Agatha has cerebral palsy and so does her oldest son. She conceived both children through rape. Therefore, the children have no fathers. We have known Agatha for four years and are helping her to manage life as a single mother. A guesthouse built on the property of St. Nicholaus Childrens Center offers the opportunity to reach out to women like Agatha in times of great need and crisis. Agatha does not currently have a big problem, but two weeks of a mother-and-child-holiday will be good for this family.

We are wishing you and your loved ones a blessed Holy Week and happy Easter,

Stefanie Köster, the children and caregivers at St. Nicholaus

8.2.2015 Gruppenbild

Easter 2015

The Lord is Risen, He is truly Risen. Alleluja.
Glory and Power are His forever. Alleluja. Luke 24:34

Dear Friends and Supporters of St. Nicholaus Children`s Center,

Easter Greetings from the children of St. Nicholaus! As I was starting to write this letter, I looked up the Easter letters of the previous years. I laughed out loud when I came across a picture taken Easter 2011 where only half of St. Nicholaus Children`s Center has a roof! At that time, some of the first children lived at a nearby hospital, some lived with me. By now the house has already been expanded, repaired and renovated. 25 children, many caregivers and volunteers are populating it.  In January our family has grown by four children. Though the reason for it is sad. On Monday, January 12th I received a phone call. At first, I understood that a disabled child who we have seen weekly for four years at our Outpatient Clinic has passed away. I was shocked because I had just seen this child two days earlier. Since the family lives in our close neighborhood, I went by to express my sympathy. However, when I reached the hut, I found the child playing. Instead, the mother was laid out in the mud hut. What had happened? The mother had Epilepsy. She and her son received medication for it every week at our Outpatient Clinic, but most likely she did not take the meds as she was supposed to. The family lived in a fishing village right next to the lake. While taking her morning bath in the lake, the woman had a seizure and drowned. This was not her first accident. Just a few months earlier, she had fallen into open fire. Only this time she was not found in time. Aisha was only 24-years old and leaves three children:

Ashraf mit Radio

Ashraf with radio

Ashraf (7): He has a Hydrocephalus, cerebral palsy, Epilepsy, he is blind and has a mental disability.
Irene is two years old. She played happily next to her dead mother presuming her mother was asleep. Only after her mother was buried, she got upset and looked for her. And Bonifans was born in October 2014. Ashraf`s father is „hayupo” (absent which can mean many things). The father of Irene and Bonifans is 60 years old and not able to care for a toddler and an infant. So we took Bonifans to an orphanage for infants. Ashraf and Irene have come to live with us. The first days, Irene would run through our house and look for her mother. It was heart-breaking. By now three months have passed and the children no longer feel strange.
Ashraf is doing so much better with the good care he is getting. He now has a wheel chair. He is laughing with joy when he listens to music and the radio or when someone is talking to him. Irene has gotten used to her 24 new siblings. Especially Chiara (3) who used to be our youngest is now happy to finally be a big sister. We visit little Bonifans regularly. He is doing very well. Most likely he will come to live with us later on.
About two weeks later Kulwa and Dotto joined us. Kulwa and Dotto are twins – all twins in Tanzania are called Kulwa (the firstborn) and Dotto (the second)! The boys are 12 years old. Unfortunately, they are HIV positive. Their mother died when they were little, their father died four years ago. Since then the children lived with their three and six years older sisters.  The oldest girl was overwhelmed by the task of raising her three younger siblings. The children have been receiving free treatment for their HIV infection, however, the meds can only work effectively, when the children are well fed and live in good conditions. The twins adjusted quickly to their new home. They are back in school. After having missed years of schooling,
they are only in second grade now.Our big boys are happy to have peers. We now have six boys all age 12 turning 13 in the weeks and months ahead. Together with our three teenage girls that makes nine kids who are rapidly turning from children to adolescents!  Seven of them are preparing for confirmation now.   With 25 children we have reached our capacity, however, I am sure we will be able to squeeze together a little more for just one more child…. We are proud to say that in our house inclusion is truly being lived. Our children learn to accept one another for who they are and to make friends regardless of one`s abilities and achievements.
Ever since we have opened St. Nicholaus two Franciscan Sisters have ministered as caregivers. Until now they have lived in the house with the children and the (lay) caregivers. However, the leadership of the community has asked me to provide a separate house for the Sisters on the grounds of the children`s center. Financing such a house has been a problem. However, recently the community has made a generous contribution towards building this house. In March we have started building!
Another milestone is the digging of a second well. We have a shallow hand-dug well that is dry in the dry season and our rainwater reservoir is used up before the next rain season sets in. There are very few companies in Tanzania that make professional boreholes with a rig and the whole endeavor is very costly. The new well is now 50 meter deep and we pray that it will never run dry in the dry seasons to come!

I would like to close this Easter letter with the good news about Annajoyce. Annajoyce has been living with us for more than three years. She is nine years old and in first grade.  She was born with Spina Bifida. Luckily she is able to walk short distances but she cannot control her stool and urine which really is a big handicap.  She has learned very well to live with her disability and she is very independent. Two former volunteers together with the father of one of the volunteers have made a great effort to find a specialist doctor in Germany who is willing to treat Annajoyce free of charge. To bring Annajoyce to Germany is a big undertaking. Just for the application of a passport, we needed to produce six different documents. An additional eleven documents and a plane trip to the German Embassy in Dar es Salaam are needed for applying for a visa. It is planned that I will take Annajoyce to Germany in August and will stay with her for a week. The family of the volunteer will take care of Annajoyce and accompany her back home in early October. I would love to take every child in our center to Germany for professional treatment but this is not realistic considering the great financial and logistical efforts. The happier we are for Annajoyce to be given this chance!

Right now our children are enjoying a two-week break from school for Easter. All during Holy Week they have been singing Alleluia und „Atafufuka” (He will rise) as part of their choir practice for Easter Sunday when they will sing and dance at Mass.

We are wishing all of you happy Easter,

Stefanie Köster and the children, caregivers and volunteers at St. Nicholaus

Witi und Irene

Witi und Irene

 

Kulwa und Dotto

Kulwa und Dotto


Bonifans März 2015

Bonifans März 2015


Jugendliche

Jugendliche

 

Annajoyce

Annajoyce


Januar 2015 Baba Bonifans

Januar 2015 Baba Bonifans

 

2014 Aisha mit Bonifans

2014 Aisha mit Bonifans

Weihnachten und Fünf Jahre Nikolaushaus 2016

1.Advent 2016

Mache dich auf und werde licht,
denn dein Licht kommt.  Jesaja 60, 1

Unsere Kinder freuen sich jedes Jahr auf die Adventszeit – wegen des Adventskranzes, der dann bei unserem Abendgebet auf dem Tisch steht und ganz besonders wegen des Adventskalenders, der mit 30 Bonbons pro Tag bestückt ist. Am 2. Dezember wird der letzte Schultag sein, bevor es am 9.1.2017 mit dem neuen Schuljahr wieder losgeht. Dazwischen liegen das Nikolausfest, Ferienbesuche bei den Herkunftsfamilien für die Kinder, die noch Angehörige haben oder auch Besuche bei Gastfamilien oder kleine Ausflüge für die Kinder, die niemanden besuchen können. Pünktlich zu Weihnachten werden alle Kinder wieder im Nikolaushaus sein.
Im neuen Jahr werden die meisten Kinder eine Klasse aufrücken, zwei Kinder werden in den Kindergarten kommen, drei Kinder fangen die erste Klasse an und bei einigen Kindern steht ein Schulwechsel an. Bei 27 Kindern mit besonderen Bedürfnissen haben wir die gesamte Bandbreite von Freude und Verzweiflung über schulische Leistungen.
Dieses Jahr möchte ich den Jahresrückblick 2016 in Bildern mit Ihnen teilen:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dies war nur ein kleiner Rückblick von unserem Leben in 2016. Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihre treue Unterstützung, ohne die unser Nikolaushaus nicht möglich wäre!
Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes und von Frieden erfülltes Weihnachtsfest und alles Gute für das Neue Jahr 2017,
Stefanie Köster und die Kinder und Mitarbeiterinnen


18. September 2016

p1150079Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses!

Eigentlich wollte ich in diesem Rundbrief nur von all den schönen Ereignissen im Nikolaushaus berichten  – von der 5-Jahres Feier, der Firmung unserer Jugendlichen, von unseren beiden neuen Kindern – , doch nun fängt dieser Brief gleich mit einer schlechten Nachricht an:

Am Samstag, den 10.9. um 15.27 Uhr hatten wir ein Erdbeben der Stärke 5,7 auf der Richter-Skala. Die Kinder hatten schulfrei und waren Zuhause. Die meisten befanden sich draußen bzw. liefen schnell aus dem Haus. Niemandem von uns ist etwas passiert, auch unser Haus steht noch. Doch waren wir alle im wahrsten Sinne des Wortes „erschüttert”. Im ersten Moment begriffen viele Leute nicht, was vor sich ging. Für die meisten Menschen war es das erste Erdbeben, das sie erlebt haben. Wir sind keine Erdbebenregion. Einen Zusammenhang zwischen dem Atomtest in Nordkorea am 9.9. und unserem Erdbeben einen Tag später wird es wohl nicht geben, da die beiden Länder ja weit auseinander liegen, aber ungewöhnlich war dieses relativ starke Erdbeben bei uns schon.  Wir liegen etwas abseits des Ostafrikanischen Grabenbruchs und dort haben sich die Erdplatten verschoben. Am 11.9. gegen 22 Uhr hatten wir dann noch ein leichtes Nachbeben. Darauf reagierten die Menschen schon viel panischer. Die Nerven sind angespannt, auch bei unseren Kindern und Mitarbeiterinnen im Haus. Das Epizentrum lag einige Kilometer außerhalb der Stadt Bukoba. In der Stadt selbst kam es zu großen Schäden. In der Region sind 16 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 250 Leute sind verletzt. Das Beben war bis in unsere Nachbarländer Uganda, Ruanda, Burundi, Kenia und dem Kongo zu spüren. Der Vizepräsident kam nach Bukoba geflogen zu einer Gedenkfeier. Aufgrund der schlechten Bausubstanz sind mehr als 800 Häuser eingestürzt, mehr als 1000 Häuser – auch unser Nikolaushaus (!) – haben Risse im Mauerwerk. Das gesamte Ausmaß der Schäden ist noch nicht evaluiert und die Hilfe für die Erdbebenopfer läuft erst langsam an. In den hiesigen Krankenhäusern gibt es keine Notfallambulanzen und Intensivstationen. Entsprechend schlecht kann man auf Katastrohen reagieren. Aber das Rote Kreuz leistete Soforthilfe. Insgesamt hat Gott uns sehr beschützt, denn es hätte sehr viel schlimmer kommen können. Für weitere Informationen verweise ich auf die Internetartikel im Anhang.
Doch nun zu den Ereignissen, von denen ich eigentlich berichten wollte:

p1140918Das Nikolaushaus ist 5 Jahre alt geworden!
Am 17.9.2011 waren wir mit den ersten 10 Kindern eingezogen. Dieses Ereignis wollten wir mit einem Dankgottesdienst feiern und nur einige Gäste einladen: die Familienangehörigen der Kinder, unsere Nachbarn, Leute aus der Gemeinde, Priester und Ordenschwestern, Leute, die uns auf vielfältige Weise unterstützen… und schon war die Gästeliste auf über 50 Personen gewachsen. Dazu unsere knapp 30 Kinder und mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, also mehr als 100 Personen. In Afrika gibt es keine Feier im kleinen Kreise, denn Afrikas größter Reichtum sind seine Menschen.
Es war ein schöner Tag: Bischof Method Kilaini kam sowie unser Gemeindepfarrer Father Justus Kahwa und zwei weitere Priester aus Nachbargemeinden. Es regnete nicht (!), wir hatten Strom und Musik und gutes Essen, unsere Kinder haben gesungen und getanzt. Alle waren bester Stimmung. Es war ein Fest für all die Familien mit behinderten und kranken Kindern.
 
Jubiläumszeitung NikolaushausAnlässlich unseres 5-jährigen Jubiläums haben wir eine Zeitung zusammengestellt. Wer die Zeitung nicht bekommen haben sollte und eine haben möchte, schreibt mir am besten eine kurze E-Mail.

PDF zum Download: jubiläumszeitung-nikolaushaus-afrika

Im August haben wir zum ersten Mal zwei Kinder entlassen. Maria (19) und Steven (13) gehörten damals zu den ersten Kindern, die ins Nikolaushaus einzogen. Zuvor hatte ich die Kinder schon aus der Familie genommen, weil die Eltern nicht für die beiden schwer geistig und körperlich behinderten Kinder sorgen konnten. Steven kenne ich seit seiner Geburt. Er war zunächst zwei Jahre in einem Babywaisenhaus und wuchs danach im Krankenhaus auf, weil es keine passende Einrichtung oder Pflegefamilie für ihn gab, bis er schließlich ins Nikolaushaus zog.
Maria kenne ich seit 2001. Damals war sie 4,5 Jahre alt. 2005 verließ die Mutter die Familie und ließ Maria und ihre drei jüngeren Geschwister beim Vater. Ende 2006 war Marias Zustand aufgrund von Verwahrlosung lebensbedrohlich schlecht geworden und ich suchte damals nach einer Pflegemutter für Maria. Acht Jahre lang war Helswida, heute eine unserer Mitarbeiterinnen, ihre Pflegemutter. Helswida, mir und allen, die Maria und Steven kennen, fiel der Abschied sehr schwer. Doch sind wir eine Einrichtung für Kinder und von ihrem Alter her, ist Maria kein Kind mehr. Lange musste ich suchen, bis ich eine andere Institution fand, denn in unserer Gegend in Bukoba gibt es keine Einrichtung für erwachsene Menschen mit Behinderungen.
p1130934Father Biseko vom Charity Home Kigera in Musoma bot an, beide Geschwister gemeinsam zu nehmen, um sie nicht trennen zu müssen. Leider ist Musoma weit weg von uns. Von Haustür zu Haustür sind es exakt 650 km. Zum Glück sind inzwischen fast alle Hauptverkehrsstraßen in Tansania geteert, aber es sind keine Autobahnen. Links und rechts am Straßenrand laufen Kinder, Leute, Kühe, Ziegen, Radfahrer. Bürgersteige gibt es nicht. Ich bin für jeden unfallfreien Kilometer dankbar, denn so viele Leute sterben hier durch Verkehrsunfälle. Für die Fahrt von 650 km um den halben Viktoriasee haben wir 13 Stunden gebraucht – pro Weg mit jeweils einer Übernachtung. Dabei liegt Musoma genau gegenüber von Bukoba auf der anderen Seite des Viktoriasees. Doch es gibt kein Schiff, das von Bukoba nach Musoma fährt. Die Gemeinschaft der Franziskanerschwestern, die bei uns im Nikolaushaus arbeiten, arbeiten auch in Musoma und so erfahre ich über die Schwestern und über Father Biseko zumindest wie es Maria und Steven geht. Im November möchte ich die beiden auch persönlich besuchen. Wäre der Weg nicht so weit, dann wären wir schon längst zu Besuch da gewesen!

Atugonza und Hadija

Atugonza und Hadija

Im August und September haben wir zwei neue Mädchen bekommen: Beide sind blind und beide sind von ihren Müttern ausgesetzt worden, doch sind die Kinder nicht mit einander verwandt. Hadija ist 7 Jahre alt. Wir hatten sie 2012 schon einmal kennen gelernt. Damals kam ihre Mutter zu uns und bat um Rat und Hilfe. Wir schickten die Mutter mit Hadija zu einem Augenarzt. Hadija war eine Frühgeburt, ihre Augen waren noch nicht ausgereift. An der Schädigung kann man nichts mehr tun. Jetzt im August – also nach 4 Jahren – kam die Mutter mit Hadija zurück. Sie wollte mich sprechen, doch ich war in diesem Moment nicht im Haus. Daraufhin ging die Mutter mit Hadija zu einem anderen Kinderheim, traf dort ebenfalls niemanden an und ließ Hadija einfach dort stehen. Der Nachtwächter wurde abends auf Hadija aufmerksam. Die Frau des Leiters dieses Kinderheims brachte Hadija am nächsten Morgen zu uns. Mir kam das Kind bekannt vor und anhand der Erstregistrierung von Hadija in unserer Ambulanz konnten wir Namen und Aufenthaltsort der Mutter ermitteln und so die Mutter finden. Wir suchten und fanden die Frau und zeigten sie bei der Polizei in Kemondo an, die uns rieten, die Frau nach Bukoba Stadt zu bringen. Dort würde sie ins Gefängnis und vor Gericht kommen. Hadijas Mutter hatte noch ihre 3-jährige kleine Tochter dabei. Ich zögerte, die Mutter wirklich zur Polizei in die Stadt zu bringen. Stattdessen redeten wir mehrfach mit ihr. Schließlich erzählte sie uns, dass sie HIV / AIDS habe. Ich vermute, dass die Mutter Depressionen hat und sich mit den Kindern überfordert fühlte, weil sie so krank ist. Ihre älteste Tochter hatte sie bereits bei Familienangehörigen abgegeben. Mehrere Tage lang versuchte ich das Jugendamt von Bukoba einzuschalten, um mir Rat zu holen, aber die Sozialarbeiterin legte auf, weil sie keine Zeit hatte und rief auch nicht zurück. Schließlich haben wir Hadija bei uns aufgenommen. Im Januar, wenn hier das neue Schuljahr anfängt, soll sie auf eine Internatsschule für blinde Kinder gehen. Die Situation mit der Mutter hat sich entspannt. Sie ruft häufig an und hat Hadija auch schon besucht. Auch Hadija ist inzwischen innerlich bei uns angekommen. Sie ist liebenswert, fröhlich und intelligent. Sie kann sich sehr gut nach ihrem Gehör orientieren.
Atugonza kam im September. Auch sie ist blind. Ihre Mutter hat sie ausgesetzt. Leute fanden sie und brachten sie zum Jugendamt. Das war im März. Das Jugendamt brachte daraufhin Atugonza in einem Waisenhaus für Babys unter. Wir wissen nicht genau, wie alt Atugonza ist. Auch den Namen haben die Mitarbeiterinnen des anderen Kinderheims ihr gegeben. Größe und Entwicklungsstand nach zu urteilen, ist sie ungefähr 3 Jahre alt. Sie läuft und spricht. Sie hat auffälliges Verhalten, wenn sie andere kneift und beißt und uns nicht antwortet, sondern nur die Worte, die wir zu ihr sagen, wiederholt. Doch wissen wir nicht, wie es Atugonza bis März 2016 ergangen ist. Im Moment gewöhnt sie sich noch bei uns ein. Das Jugendamt konnte ihre Mutter finden. Diese ist nun für ein Jahr im Gefängnis. Hadija und Atugonza brauchen noch Paten!

Dieser Rundbrief ist sehr lang geworden, dabei habe ich noch gar nicht alles erzählt! Bei uns jagt ein Ereignis das nächste und Alltag ist das, was dazwischen stattfindet!  Alles Weitere nur noch in Kürze:
Im Juli hatten wir Firmung in unserer Gemeinde von 96 Jugendlichen, 7 davon von uns aus dem Nikolaushaus.
Im Juli, August und September sind nach und nach vier neue Praktikantinnen gekommen und ein Jahrespraktikant hat sich verabschiedet. Die Praktikantinnen spielen mit den Kindern, machen mit ihnen Hausaufgen und geben Mathe-Nachhilfe. Sie sind uns eine große Hilfe.
Für meine drei Jungen Christoph, Ashraf und Mtagwaba, die im Rollstuhl sind, habe ich nun einen männlichen Betreuer eingestellt. Die Pflege der Kinder – besonders das Heben – ist für meine Mitarbeiterinnen zu schwer geworden. Wir sind froh, in Eladius einen körperlich starken Helfer und ein männliches Vorbild für unsere Jungen gefunden zu haben.
p1140739Und schließlich warten wir sehnsüchtig auf die Regenzeit! Nach 4 Monaten ohne Regen dürstet das Land. Jede Fläche, die nicht täglich abgewischt oder geputzt wird, ist mit einer dicken Staubschicht überzogen. Die Luft ist staubig, man atmet den Staub ein, hat ihn in den Ohren und in der Nase. Dank unseres neuen Brunnens von 50 m Tiefe haben wir bis jetzt immer genügend Wasser gehabt. Da ist es verständlich, dass uns unsere Nachbarn heimlich das Wasser aus dem Tank stehlen. Es ist Zeit, zu säen, aber bis jetzt bleibt der Regen aus.

Vielen Dank für Ihre treue Unterstützung des Nikolaushauses. Ohne Sie könnten wir den Kindern nicht helfen!

Wenn Sie diesen Newsletter zukünftig per Mail erhalten wollen, dann schreiben Sie mir einfach eine Mail.

Viele Grüße von uns allen,
Stefanie Köster mit allen Kindern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

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Firmung im Nikolaushaus

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Unsere neuen Praktikantinnen

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Fünf Jahre Nikolaushaus

Ostern 2016

Kinder vom NikolaushausIch bin erstanden und bin immer bei dir, Halleluja. Du hast deine Hand auf mich gelegt. Halleluja.
Wie wunderbar ist für mich dieses Wissen. Halleluja. Ps 119,18.5-6


Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses,

Herzliche Ostergrüße aus dem Nikolaushaus!

Das neue Jahr begann für uns mit einer sehr guten Nachricht: Nach fünf Jahren des Sichbemühens haben wir endlich eine Lizenz für das Nikolaushaus als Kinderheim bekommen. Warum wird ein Antrag schon nach fünf Jahren bewilligt? Verschiedene Faktoren haben uns in den letzten Monaten geholfen. Zum einen fanden im Oktober 2015 Wahlen in Tansania statt. Der neue Präsident Mr. Magufuli macht seitdem im positiven Sinne von sich reden. Sein Wahlslogan „Hapa Kazi Tu!” (Hier ist nur Arbeit!) und der Spruch„What would Magufuli do?” (Was würde Magufuli tun?) sind geflügelte Ausdrücke geworden. Der neue Präsident scheint seine Wahlversprechen einlösen zu wollen. Für 2016 hat er die Schulgebühren und sämtliche anderen Pflichtbeiträge an staatlichen Grund- und Sekundarschulen erlassen. Den zahlreichen Privatschulen im Land hat er untersagt, die Schulgebühren zu erhöhen. Unnötige Staatsausgaben werden gestrichen, um Geld zu sparen. Korrupte Beamte in Tansania verlieren ihre Arbeit, Magufuli treibt Steuern ein… Er will wirklich sein Land aufräumen und ich bin gespannt, was die nächsten Jahre bringen werden. Nur leider haben sich für uns Ausländer die Kosten für Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung vervierfacht. Wer mehr dazu lesen will, sei auf den Zeitungsartikel im Anhang hingewiesen.

Nikolaushaus SafuraP1080785Im Zuge des neuen politischen Windes im Land bekamen wir einen Tag vor Heilig Abend Besuch von einem Beamten aus Bukoba, in seinem Gefolge die lokale Fernsehstation, die den Besuch später im Fernsehen zeigte. Werbewirksam bekamen wir die üblichen Geschenke, die man als Kinderheim in Tansania bekommt: Eine Ziege, einen Sack Zucker und einen Sack Reis. Als ich gefragt wurde, was wir noch bräuchten, erwähnte ich die Lizenz. Vor laufender Kamera versprach der Beamte, dass wir sie noch vor dem 1.1.2016 bekommen würden. Es wurde der 6.1. daraus, aber nach fünf Jahren Wartezeit fällt die eine Woche nicht ins Gewicht…   

Insgesamt hat sich das Land Tansania in den letzten Jahren sehr entwickelt. Inzwischen haben sehr viele Leute Stromanschluss. Es gibt viele geteerte Straßen, was Reisen, Transport und Handel erleichtert. Es gibt Internet, Handys und Smartphones für Guthaben-Tarife von 25 Cent, was sich die Leute leisten können und was Kommunikation und Handel im Land wesentlich verbessert. Doch im Gesundheitswesen und dem Bildungssektor mangelt es immer noch sehr an Qualität. Menschen sterben weiterhin an behandelbaren Krankheiten, weil nicht diagnostiziert und entsprechend nicht richtig behandelt wird. Die staatliche Schulbildung ist kostenlos aber auch wertlos, wenn 70-100 Kinder in einer Klasse sitzen, die Lehrerin den Unterrichtsstoff der Stunde an die Tafel schreibt und den Rest der Stunde einen Tee im Lehrerzimmer trinkt. Sogar Lehrer, inkl. Schulleiter, die selbst an staatlichen Schulen unterrichten, investieren ihr Gehalt dafür, ihre eigenen Kinder auf teure Privatschulen zu schicken. Niemand scheint zu merken, wie paradox das ist. Dieser Kultur ist es fremd, zu protestieren und zu demonstrieren. Die Leute scheinen sich nicht bewusst zu sein, dass sie Rechte haben, dass sie selbst Dinge ändern können und dass man Autoritäten hinterfragen kann.

Letztes Jahr haben sich verschiedene Organisationen rund um den Victoriasee, die sich für Menschen mit Behinderungen engagieren, zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Das „Tanzania Disability Rehabilitation Consortium” (TDRC) hat das Ziel, dass die Organisationen besser zusammenarbeiten und gemeinsam die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Tansania zu stärken. Das Nikolaushaus ist Gründungsmitglied dieses neuen Netzwerks, das sich hoffentlich auf das ganze Land ausweiten wird!

Waisenkinder in AfrikaFür unsere Älteste Maria (19 Jahre) suche ich nun aktiv nach einer passenden Folgeeinrichtung für erwachsene Menschen mit Behinderungen. In diesem Zuge war ich in Rulenge, einem Ort 6 Stunden Fahrzeit von uns entfernt direkt an der burundischen und ruandischen Grenze gelegen. Die Schwestern der Mutter Teresa haben dort ein Heim für Säuglinge und für alte Leute. Sie versorgen auch drei Frauen mit Behinderungen, doch leider haben sie die Aufnahme unserer Maria abgelehnt. So geht meine Suche weiter. Während meines Besuches dort bekamen die Schwestern einen Anruf. Vier ihrer Mitschwestern sind am Freitag, den 4.3. im Jemen von Terroristen der IS erschossen worden. Es starben noch elf weitere Menschen, die in der Einrichtung der Schwestern waren.

Mitte Januar zogen die Franziskanerschwestern, die im Nikolaushaus arbeiten, in ihr neues Haus. Es arbeiten nun zwei Schwestern bei uns im Haus als Betreuerinnen, zwei Schwestern kochen, eine Schwester ist Lehrerin an einer benachbarten Grundschule und die sechste Schwester ist Kindergärtnerin in dem neuen Kindergarten in unserer Gemeinde.
     
21.1.2016 Schulkinder 2016 St. NicholausIn diesem Rundbrief habe viel von der Entwicklung des Landes, aber kaum von der unserer Kinder gesprochen. Seit Januar gehen 18 von 27 Kindern in externe Kindergärten und Schulen, 7 Kinder besuchen unseren hausinternen Förderkindergarten und die beiden Kleinsten üben sich im Laufen und Sprechen. So ist es vormittags angenehm ruhig im Haus. Nachmittags und abends sitzen die Kinder dann an ihren Hausaufgaben oder toben und schreien sich vom vielen Stillsitzen in der Schule aus. Am Wochenende finden Aktivitäten wie Messdienertreffen, Chorprobe und franziskanische Kinder- und Jugendgruppe in der Kirche statt oder unsere Großen machen einen Pfadfinderausflug. Katholischer Kindergarten
Eine kaputte Waschmaschine würzt unseren Alltag dann noch ein bisschen nach. Sie war erst ein Jahr alt und meinte wegen Überbeanspruchung in Frührente gehen zu dürfen. Einen Reparaturdienst für Waschmaschinen gibt es nicht vor Ort, aber unser Elektriker und ein Besucher haben ihr Bestes gegeben, besonders als nach einer Woche Handwäsche meine Mitarbeiterinnen streikten. Inzwischen haben wir eine neue Waschmaschine und die alte dreht sich immerhin, auch wenn sie das Schleudern und sämtliche Waschprogramme aufgegeben hat.
In den Osterferien werden unsere fünf großen Mädchen (16, 12, 10 und 2×8 Jahre alt) einen zweiwöchigen Selbstverteidigungskurs besuchen. In dem Tempo, in dem sich unsere Großen gerade in Teenager verwandeln, ist dies ein wichtiges Thema. Mir ist es ein Anliegen, unsere Mädchen in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. Sie sollen lernen, laut und bestimmt „NEIN” zu sagen, wenn jemand übergriffig wird. An einem Samstag waren wir bereits zum Kennenlernen dort. Auf der 90-minütigen Rückfahrt haben die Mädchen „Hapana!” (nein) geschrien und waren begeistert. Sie freuen sich schon sehr auf den Kurs. Zumindest haben wir das Glück, dass ein solcher Kurs in unserer Umgebung angeboten wird, was nicht selbstverständlich ist. Die großen Jungen werden in dieser Zeit auf eine franziskanische Jugendwoche gehen.

Agatha mit Mwolkozi und DavidJetzt zu Ostern ist auch Agatha mit ihren beiden Kindern Mwolokozi (12) und David (1) eingezogen. Von Agatha hatte ich in früheren Rundbriefen berichtet. Agatha hat eine Halbseitenlähmung (Zerebralparese) und ihr älterer Sohn ebenfalls. Beide Kinder hat sie durch Vergewaltigungen bekommen und entsprechend haben die Kinder keine Väter. Wir kennen Agatha schon seit vier Jahren und helfen ihr, ihren Alltag als alleinerziehende Mutter zu meistern. U.a. für sie haben wir auf unserem Gelände ein Gästehaus mit drei Schlafzimmern gebaut, um behinderten Frauen in Krisensituationen helfen zu können. Agatha hat zwar im Moment keine akute Krise, aber ein Mutter-Kind Urlaub von zwei Wochen im Nikolaushaus tut der kleinen Familie gut.

Im Juni werde ich mit meinen beiden Töchtern wieder nach Deutschland (Essen) kommen. Falls Sie Interesse daran haben, dass ich in Wort und Bild in Kirchengemeinden oder Schulen vom Nikolaushaus erzähle, dann kontaktieren Sie mich bitte frühzeitig über diese E-Mail-Adresse.

Ihnen allen wünschen wir ein frohes Osterfest,
Stefanie Köster und die Kinder und Mitarbeiterinnen des Nikolaushausesimagje1

Weihnachten 2015

Nikolaushaus Kinder in AfrikaDie Hirten eilten hin und fanden Maria und Josef
und das Kind, das in der Krippe lag. Lk 2,16

Kemondo, den 29.11.2015
1. Advent 2015

Nikolaushaus Tansania Kinderpatenschaften in Afrika

Krippenspiel Weihnachten 2014

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushaus,
wieder ist ein Jahr vergangen. Wir freuen uns auf den Advent, auf das Nikolausfest, die Schulferien, Weihnachten und das neue Jahr. Unsere Kinder fragen immer öfter, wann denn endlich der Adventskalender beginnt – ein deutscher Brauch, den ich eingeführt habe und den die Kinder genauso lieben wie Geburtstagsfeiern.

In diesem Jahr haben wir sechs neue Kinder bekommen – so viele wie noch nie zuvor in einem Jahr. Wir haben nun insgesamt 27 Kinder und unsere Aufnahmekapazität ist fast erschöpft. In absehbarer Zeit werde ich für unsere beiden ältesten Kinder – 19 und 16 Jahre alt – eine Einrichtung für  erwachsene Menschen mit Behinderungen suchen müssen. Unsere acht großen Kinder haben sich über Nacht zu Teenagern entwickelt, unsere kleinen Kinder sind nicht mehr klein, sondern Schulkinder oder werden im kommenden Januar eingeschult werden. Zum Glück sind drei kleine Kinder nachgerückt, sodass außer der Musik aus den Radios der Jugendlichen (ich konnte ihnen bisher verheimlichen, dass deutsche Kinder keine Radios, sondern Smartphones haben) auch Babygeschrei durch das Haus schallt. Mehr Kinder im Haus und Kinder, die stetig wachsen und Essensberge in ihren Bäuchen verschwinden lassen, heißt aber auch höhere Ausgaben für Essen und Kleidung, mehr Schulgebühren sowie die Anstellung von mehr Betreuerinnen. Die Franziskanerschwestern, die bei uns im Nikolaushaus arbeiten, haben ihren eigenen Konvent bekommen. Bisher haben sie mit uns im Nikolaushaus gelebt. Statt bisher zwei Schwestern werden wir nun vier Schwestern im Nikolaushaus haben. Leider bleiben die einzelnen Schwestern immer nur eine gewisse Zeit bei uns und werden dann von der Ordensgemeinschaft wieder versetzt. Der Abschied für die Kinder immer schmerzlich. Besonders bedauern wir den Weggang von Sr. Carmen, die in ihr Heimatland Brasilien zurückgekehrt ist. Doch die meisten Mitarbeiterinnen sind schon seit Jahren bei uns und sind feste Bezugspersonen für unsere Kinder.

In meinem letzten Rundbrief von September hatte ich von Mwolokozi berichtet. Er wog nur 5,5 kg, als er im Alter von 2 Jahren und 3 Monaten zu uns kam. Er konnte noch nicht krabbeln, nicht stehen, nicht laufen und sprach nicht. Tagelang schied er Würmer aus und hatte eitrige Hautinfektionen. Nach knapp 3 Monaten bei uns hat er schon große Fortschritte gemacht. Sein Lieblingsplatz ist am Esstisch vor einer vollen Schale mit Essen und er hat schon 3 kg zugenommen. Er krabbelt, steht und läuft.  Im Oktober folgte ihm dann Boniface. Auch er hat zwei Geschwister im Nikolaushaus: Ashraf (6) und Irene (3). Die Mutter der drei Kinder hatte im Januar einen tödlichen Unfall. Die beiden älteren Kinder nahmen wir damals sofort zu uns. Boniface brachten wir in ein Waisenhaus für Babys. Im Oktober wurde Boniface ein Jahr alt und wir haben ihn zu uns geholt. Er ist ein gesunder, hübscher Junge, der mit Mwolokozi um die Wette krabbelt. Zusammen genießen die beiden Kleinen die Aufmerksamkeit von allen.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass das neue Gebäude hinter unserem Haus fertig gestellt ist. Drei einfache Schlafzimmer und eine Latrine mit Dusche geben uns nun den Platz und die Möglichkeit, behinderte Frauen in Krisensituationen oder eine Mutter mit einem behinderten Kind vorübergehend bei uns Gastfreundschaft zu gewähren, bis die Krise bewältigt und sich eine neue Lösung gefunden hat. Der Ausblick für 2016: 5 Kinder, die im Januar mit der Schule / Kindergarten anfangen werden, 13 Schulkinder, die hoffentlich alle eine Klasse aufrücken werden, 6 Kinder, die bei uns im Haus Förderunterricht erhalten, und 3 Kleinkinder Zuhause. Und vielleicht wird unsere Älteste im kommenden Jahr ausziehen.
Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes und von Frieden erfülltes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr 2016 vor allem im Hinblick auf die Terroranschläge, die die Welt in Atem halten und all die Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen,
Stefanie Köster, die Kinder und Mitarbeiterinnen

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Unsere Schulanfänger ab Januar 2016

 

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Unsere Jugendlichen

 

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Boniface (1), Mwolokozi (2), Irene (3)

 

4 Jahre Nikolaushaus 2015

Die Kinder vom Nikolaushaus

Wir sind das Nikolaushaus

Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat. Mk 9,37

Mwolokozi

Mwolokozi

 

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Mwolokozis Mutter

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses!
Und wieder ist ein Jahr vergangen – das Vierte, seit wir mit 10 Kindern ins Nikolaushaus gezogen sind. Unsere Familie wächst stetig. Seit unserem Einzug damals haben wir 16 weitere Kinder bekommen. Wir haben diesen Tag am Samstag mit einem Dankgottesdienst im Nikolaushaus gefeiert.
Am 11.9. haben wir unser 26. Kind bekommen! Mwolokozi ist 2 Jahre alt. Er ist der kleine Bruder von Mwesiga (6) und Kalokola (4), die bereits seit anderthalb Jahren bei uns wohnen. Damals war die Mutter noch nicht bereit, den kleinen Mwolokozi abzugeben. Der Vater der drei Jungen starb 2013, die Mutter ist geistig behindert. Inzwischen ist die Mutter die dritte Ehefrau eines muslimischen Mannes geworden und hat im Juni ihr viertes Kind bekommen, ein kleines Mädchen. Ohne Zweifel liebt die Mutter ihre Kinder, schafft es aber nicht, für sie zu sorgen. Mwolokozi wiegt mit seinen 2 Jahren nur 6 kg. Er krabbelt, steht mit Festhalten und läuft unsicher an der Hand wie ein einjähriges Kind. Wie bei vielen unserer Kinder bei ihrer Ankunft bei uns waren seine Füße und Hände voller Sandflöhe. Sein Bauch ist aufgebläht und seit Tagen scheidet er dank der Medizin, die wir ihm geben, viele, viele Würmer aus. Er hat kaum Haare, nur einen blonden Flaum. Bei afrikanischen Kindern ist das ein deutliches Zeichen von Unter- und Mangelernährung. Trotz dieses schlechten Ernährungszustandes und seiner Entwicklungsverzögerung sind wir uns sicher, dass er sich in wenigen Monaten zu einem gesunden und fröhlichem Kind entwickeln wird. Er nimmt es sehr gelassen hin, plötzlich eine so große Familie zu haben! Am liebsten sitzt er am Esstisch vor einer vollen Schale Essen oder wird herumgetragen.

04 Annajoyce ist wieder Zuhause im Nikolaushaus - Annajoyce is back at home at St. Nicholaus

Annajoyce ist wieder Zuhause im Nikolaushaus

Am Sonntag, den 13.9. kam unsere Annajoyce zurück. Sie war im August und September für 6 Wochen in Deutschland zur medizinischen Behandlung. Annajoyce hat eine angeborene Fehlbildung des Rückenmarks. Als Folge dieser Schädigung ist sie inkontinent und läuft nur mit Schwierigkeiten. Zwei Praktikantinnen, die 2014 bei uns waren, hatten sich für Annajoyce stark gemacht.  Sie fanden einen Spezialisten der Kinderchirugie, der sich bereit erklärte, Annajoyce kostenlos zu behandeln. Zwei Krankenhäuser stellen sich zur Verfügung, alle nötigen medizinischen Maßnahmen unentgeltlich vorzunehmen.
Die beiden Studentinnen organisierten die Aktion „Gemeinsam für Annajoyce” und sammelten damit genug Spendengelder, um das Kind mit einer Begleitperson nach Deutschland zu bringen, um für den Aufenthalt in Deutschland alle Unkosten zu decken, sowie für ihre Nachsorge alle medizinischen Hilfsmittel zu besorgen. In Deutschland betreuten die beiden Annajoyce rund um die Uhr während ihrer Semesterferien. An der Behinderung selbst konnte nichts operiert oder korrigiert werden. Annajoyce hat spezielle orthopädische Schuhe bekommen, mit denen sie besser laufen kann. Schließlich wurde sie noch an der Blase operiert und hat gelernt, sich selbst zu katheterisieren. Ohne diese Maßnahme würden bei Annajoyce später schwere Nierenschäden entstehen. Dank der Katheter und täglichen Darmspülungen ist Annajoyce jetzt kontinent. Sie muss nun lernen, diese Maßnahmen selbstständig durchzuführen und sie in ihren Alltag bei uns im Haus und in der Schule zu integrieren. Das sind große Anforderungen an ein neunjähriges Kind, doch Annajoyce gibt sich große Mühe. Sie ist mit Freude und mit viel mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu uns zurückgekehrt.

Dank des neuen Brunnens, den wir im März gebohrt hatten, haben wir die lange Trockenzeit im Juli und August gut überstanden. Wir waren niemals ohne Wasser und selbst unsere Nachbarn konnten von unseren Vorräten nehmen.

Francisan Sisters House St. Nicholaus Kemondo 17.8.2015 Front View

Francisan Sisters House St. Nicholaus Front View

Das Haus für die Schwestern, die im Nikolaushaus arbeiten, ist fast fertig. Die Schwestern können nun in ihr eigenes Haus einziehen. Als neues Bauprojekt haben wir in diesem Monat mit dem Bau von drei einfachen Zimmern begonnen, wo wir behinderte Frauen in Notsituationen kurzfristig und vorübergehend aufnehmen können. Vor einem Jahr hatte ich von dem Schicksal einer behinderten Frau berichtet, die von einem Nachbarn vergewaltigt und geschwängert wurde. Während ihrer Schwangerschaft hatten wir die Frau sehr unterstützt und nach der Geburt des Kindes auch vorübergehend im Nikolaushaus aufgenommen, bis sich ihre Situation geklärt hatte. Mit 26 Kindern, Mitarbeiterinnen, Praktikantinnen und Gästen haben wir aber inzwischen chronischen Platzmangel im Nikolaushaus.

Die drei zusätzlichen Schlafzimmer auf unserem Gelände werden es uns ermöglichen, Menschen mit Behinderungen in Notsituationen zu helfen, bis eine neue Lösung gefunden ist

 Im August haben uns leider zwei liebe Praktikantinnen verlassen. Dafür sind zwei neue Freiwillige gekommen. Katharina und Philipp gewöhnen sich noch bei uns ein. Es gilt viel Neues zu lernen – all die Namen der Kinder und Mitarbeiterinnen, die Sprache, die Kultur, unser Tagesablauf…

Am 25.10. werden in Tansania Wahlen stattfinden. Die intensive Phase der Wahlkampagnen ist jetzt angelaufen. Überall sind Fahnen und Plakate der Regierungspartei und der Oppositionsparteien. Seit der Unabhängigkeit war bisher immer die gleiche Partei an der Regierung. Nun haben sich die Oppositionsparteien zusammengeschlossen und einen gemeinsamen Präsidentschaftskandidaten gestellt. Es ist in Tansania vorgeschrieben, dass immer im Wechsel ein muslimischer Präsident und ein christlicher Vizepräsident von einem christlichen Präsidenten und einem muslimischen Vizepräsidenten abgelöst werden. Ziel davon ist, den religiös-politischen Frieden im Land zu erhalten und bisher hat das funktioniert. Der muslimische Präsident Kikwete wird daher auf jeden Fall von einem christlichen Präsidenten abgelöst werden. Es bleibt spannend zu sehen, wie die Wahlen ausgehen werden. An Tagen, wo der amtierende Präsident, der Altpräsident und die beiden neuen Kandidaten durchs Land fahren, sollte man jedoch lieber Zuhause bleiben, wenn man Ruhe schätzt. Zu Ausschreitungen ist es bisher noch nicht gekommen. Hoffentlich bleibt es so friedlich.
 
So viel zu den „Habari za St. Nikolausi” (den Neuigkeiten aus dem Nikolaushaus) seit meinem letzten Rundbrief zu Ostern und meinem Heimatbesuch im Juni.
Diejenigen von Ihnen, die Facebook benutzen, seien bitte darauf hingewiesen, dass auch das Nikolaushaus auf Facebook zu finden ist unter https://www.facebook.com/NikolaushausAfrika oder „Nikolaushaus” in die Suche eingeben.

Vielen Dank für Ihre treue Unterstützung des Nikolaushauses. Ohne Sie könnten wir den Kindern nicht helfen!
Viele Grüße von uns allen,
Stefanie Köster mit allen Kindern und Mitarbeiterinnen

8.2.2015 Gruppenbild

Ostern 2015

Der Herr ist auferstanden, Er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja.
Sein ist die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Halleluja. Lk 24,34         
Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses,
herzliche Ostergrüße aus dem Nikolaushaus!
Beim Schreiben dieses Osterbriefes habe ich nach den Osterbriefen der letzten Jahre gesucht und musste spontan lachen, als ich auf den Osterbrief 2011 stieß und Bilder sah, wo nur das halbe Nikolaushaus ein Dach hat. Die ersten Nikolauskinder lebten damals zum Teil in einem Krankenhaus und zum Teil bei mir. Inzwischen ist unser Haus angebaut und mehrfach renoviert und repariert worden. 21.4.2011 Nikolaushaus 125 Kinder, viele Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen bevölkern es.  Im Januar ist unsere Familie wieder um vier Kinder gewachsen. Der Anlass ist allerdings sehr traurig. Am Montag, den 12. Januar bekam ich einen Anruf. Am Telefon verstand ich, dass ein behindertes Kind, das wir seit vier Jahren jeden Samstag in der Outpatient Clinic (Ambulanz) behandeln, verstorben sei. Ich war geschockt, denn ich hatte das Kind zwei Tage zuvor noch gesehen. Die Familie wohnt in der Nachbarschaft und so fuhr ich mit dem Rad vorbei, um mein Beileid auszudrücken. Doch ich fand das Kind spielend vor … Stattdessen lag die Mutter des Kindes aufgebahrt in der Lehmhütte! Was war passiert? Die Mutter hatte Epilepsie. Wir hatten sie und ihren Sohn wöchentlich mit Antiepileptika versorgt. Doch vermutlich hatte die Frau die Medikamente nicht regelmäßig genommen. Sie wohnte in einem Fischerdorf direkt am See. Morgens beim Baden hatte sie einen Anfall und ertrank. Wie ich später erfuhr, hatte sie sehr häufig Anfälle, war bis dahin aber immer rechtzeitig gefunden worden. Letztes Jahr war sie bei einem Anfall in die Kochstelle gefallen und hatte sich schwere Verbrennungen zugezogen. Aisha, so hieß die erst 24-jährige Mutter, hinterlässt nun drei Kinder:

Ashraf mit Radio
Ashraf mit Radio
2014 Aisha mit Bonifans
2014 Aisha mit Bonifans
Januar 2015 Baba Bonifans
Januar 2015 Baba Bonifans
Bonifans März 2015

Bonifans März 2015

Es war herzzerreißend mitanzusehen. Inzwischen sind 3 Monate vergangen und die Kinder sind schon längst nicht mehr neu und fremd bei uns.  Ashraf blüht unter der guten Versorgung auf. Er hat einen Rollstuhl bekommen, lacht vor Freude, wenn er Musik und Radio hört oder man mit ihm spricht. Irene hat sich an ihre 24 neuen Geschwister gewöhnt. Besonders Chiara (3), bisher unsere Jüngste, freut sich, endlich eine große Schwester sein zu können. Und den kleinen Bonifans besuchen wir regelmäßig. Er entwickelt sich sehr gut. Voraussichtlich wird er später zu uns kommen.

Witi und Irene

Und schließlich kamen knapp zwei Wochen nach Ashraf und Irene noch Kulwa und Dotto zu uns. Kulwa und Dotto sind Zwillinge – alle Zwillinge in Tansania heißen Kulwa (der Erstgeborene) und Dotto (der Zweite)! Die beiden Jungen sind 12 Jahre alt und leider HIV-positiv. Die Mutter starb, als sie noch klein waren, der Vater verstarb vor 4 Jahren. Seitdem lebten die Kinder bei ihren drei und sechs Jahre älteren Schwestern. Die Älteste war mit der Aufgabe, für drei jüngere Geschwister zu sorgen, überfordert. Kulwa und Dotto werden zwar seit ihrem Kleinkindalter kostenlos medizinisch behandelt, doch können die Medikamente gegen die HIV-Infektion nur effektiv sein, wenn die Kinder auch gut ernährt werden. Auch die Zwillinge haben sich schnell bei uns eingewöhnt. Sie gehen endlich wieder zur Schule, wenn auch erst in die zweite Klasse, weil sie sehr viel Unterricht verpasst haben.Unsere großen Jungen freuen sich über die Verstärkung.

Kulwa und Dotto

Kulwa und Dotto

Wir haben jetzt sechs Jungen im Alter von 12 Jahren, die alle in den nächsten Wochen und Monaten 13 werden und sich plötzlich von Kindern zu Teenagern entwickeln. Zusammen mit den drei Mädchen im Teenageralter haben wir nun 9 Jugendliche im Haus! Sieben von ihnen besuchen den Firmunterricht. JugendlicheMit 25 Kindern ist unsere Aufnahmekapazität so ziemlich erreicht, obwohl wir sicherlich auch in Zukunft immer noch für das ein oder andere Kind weiter zusammenrücken werden …
Mit stolz können wir sagen, dass in unserem Haus „Inklusion”, von der in Deutschland so viel geredet wird, gelebt wird. Die Kinder lernen, sich gegenseitig so zu akzeptieren, wie sie sind und einander wegen der individuellen Charaktereigenschaften zu mögen und Freundschaften zu schließen, aber nicht nach Fähigkeiten und Leistungen zu urteilen.

Annajoyce

Annajoyce

Seit Eröffnung des Nikolaushauses arbeiten zwei Franziskanerschwestern als Betreuerinnen im Nikolaushaus. Bisher haben sie mit den Kindern und anderen Betreuerinnen im Nikolaushaus gelebt. Doch nun bat mich die Ordensleitung, den Schwestern ein eigenes Haus auf dem Gelände des Nikolaushauses zu bauen. Die Bitte ist verständlich, doch die Finanzierung stellte ein Problem dar, bis die Ordensleitung das nötige Geld für den Bau dieses Hauses zur Verfügung stellte. Nun bauen wir seit Mitte März dieses Haus.
Ein weiterer Meilenstein ist der Bau eines zweiten Brunnens gewesen. Wir haben einen Brunnen, der mit der Hand ausgehoben wurde und nicht tief genug ist. In der Trockenzeit ist dieser Brunnen ohne Wasser und unsere Regenwasservorräte sind leider Wochen vor Einsatz der nächsten Regenzeit aufgebraucht. Firmen, die professionell Brunnen mit einem Bohrer bohren, gibt es nur wenige in Tansania und die Kosten eines solchen Brunnens sind sehr hoch. Der neue Brunnen ist nun 50 m tief und wir hoffen sehr, dass er uns durch die kommenden Trockenzeiten hindurchhelfen wird!  

Den Osterbrief möchte ich mit der guten Nachricht über Annajoyce schließen. Annajoyce lebt seit mehr als drei Jahren bei uns. Sie ist 9 Jahre alt und geht in die erste Klasse.  Sie hat Spina Bifida (offener Rücken), was eine angeborene Querschnittslähmung ist. Zum Glück kann Annajoyce kurze Distanzen ohne Gehhilfe laufen, doch leider kann sie ihren Harn und Stuhl nicht kontrollieren, was ihre Lebensqualität sehr einschränkt. Sie hat gelernt, mit ihrer Behinderung zu leben und ist sehr selbstständig. Anna Lea und Katharina, zwei ehemalige Praktikantinnen, sowie Anna Leas Vater haben sich in den letzten Monaten sehr für Annajoyce engagiert und einen Arzt ausfindig gemacht, der bereit ist, Annajoyce kostenlos in Deutschland zu behandeln. Der Aufwand, Annajoyce nach Deutschland zu bringen, ist enorm. Allein für den Passantrag mussten wir sechs Dokumente vorlegen, für den Visumsantrag sind elf Dokumente und eine Flugreise von Bukoba nach Dar es Salaam zur deutschen Botschaft notwendig. Hinzu kommen die Reisekosten nach Deutschland für Annajoyce und zwei Begleitpersonen. Geplant ist, dass Annajoyce im August und September behandelt wird. Ich werde sie nach Deutschland bringen und ein paar Tage bei ihr bleiben. Dann wird Annajoyce bei Anna Leas Familie bleiben und Anna Lea wird sie Anfang Oktober nach Bukoba zurückbegleiten. Im Anhang an diesen Osterbrief finden Sie einen Infoflyer. Am liebsten würde ich nach und nach alle Kinder aus dem Nikolaushaus zur Behandlung nach Deutschland bringen, doch dies ist leider nicht realistisch, besonders wenn man den hohen finanziellen und logistischen Aufwand bedenkt. Umso mehr freuen wir uns, dass Annajoyce diese Chance bekommen wird. Wir erhoffen uns sehr viel von der Behandlung. Für jede Spende sind wir sehr dankbar!

Ich selbst werde im Juni (30.5.-10.7.) mit Aisha und Anita nach Deutschland kommen. Wir freuen uns schon sehr und werden sicher viel berichten und Fotos zeigen können.
Unsere Schulkinder haben jetzt zwei Wochen Osterferien. Die gesamte Karwoche hindurch haben sie Halleluja und „Atafufuka” (Er wird auferstehen) gesungen, weil sie für den Ostergottesdienst geprobt haben, bei dem sie singen und tanzen werden.
Ihnen allen wünschen wir ein gesegnetes Osterfest,

Stefanie Köster und die Kinder, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen des Nikolaushauses

Adventsbrief 2014

Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.
Auf seinen Schultern ruht die Herrschaft. Jes 9,5

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses,

Wir feiern bereits den ersten Advent – oder wahrscheinlich schon den zweiten Advent, wenn Sie diesen Brief erhalten. Heute entzünden wir die erste Kerze am Adventskranz. Der Adventskalender ist fertig bestückt mit 22 Bonbons für jeden Tag – sprich ein Bonbon für jedes Kind. Vor einem Jahr hatten wir 18 Kinder, nun ist unsere Familie bereits auf 22 Kinder gewachsen. Maria, unsere Älteste, ist 18 geworden. Doch da sie körperlich und geistig große Beeinträchtigungen hat, wird sie noch so lange bei uns bleiben, bis wir eine geeignete Einrichtung für erwachsene Menschen mit Behinderungen für sie gefunden haben.

Am Freitag, den 5. Dezember endet das Schuljahr mit einem großen Schulabschlussfest. Am gleichen Tag noch werden die Kinder ihre Schuhe putzen und abends vor die Tür stellen, damit unser Schutzpatron, der Hl. Nikolaus, sie füllen kann. Danach werden die Kinder, die noch Familien haben, für ein bis zwei Wochen nach Hause gehen. Es ist wichtig, dass die Kinder den Kontakt zu ihren Familien behalten. Leider hat nicht jedes Kind Familie und so macht unser Haus niemals komplett zu. Zum Weihnachtsfest werden aber wieder alle Kinder da sein.

Zwei Höhepunkte der letzten Wochen waren die Taufe von Annajoyce, Mwesiga Michael, Kalokola Eric und dem kleinen David sowie die Erstkommunion von Annajoyce, Christoph, Anita und Aisha. Selbstverständlich werden Kinder bei uns nur mit Einverständnis ihrer Angehörigen getauft und diese waren auch bei der Taufe und KommuniErstkommunion Nikolaushaus 2014on dabei.Taufe im Nikolaushaus 2014

Im Januar werden Agnes und Edina in den Kindergarten kommen, die anderen Schulkinder werden eine Klasse aufrücken. Unsere anderen Kinder, die aufgrund ihrer Entwicklungsverzögerungen und Behinderung nicht die Regelschulen besuchen können, gehen täglich zu unserer sog. „Outpatient Clinic“, wo zwei Mitarbeiterinnen mit Unterstützung unserer Praktikantinnen ein Vorschul- und Förderprogramm machen. Diese inoffizielle Förderschule hatte bereits 2012 begonnen und hat sich dieses Jahr sehr gut weiterentwickelt. Im Februar übernahm Mama Tito die Förderklasse mit sieben behinderten Kindern. Seit Oktober hat sie nun Verstärkung bekommen von Mama Lydia und wir haben die Förderklasse erweitert um unsere sechs jüngsten Kinder im Alter von 3-5 Jahren, die noch nicht den Kindergarten besuchen.

Von David und Safura hatte ich bereits im Rundbrief vom September berichtet. Inzwischen ist David 3,5 Monate alt und lebt mit seiner behinderten Mutter und seinem behinderten Bruder im Dorf. Er wächst und schläft und entwickelt sich sehr gut. Es freut mich zu sehen, wie gut seine behinderte Mutter sich um ihre beiden Kinder kümmert. David Safura

Auch Safura, die im September zu uns kam, macht tolle Fortschritte. Als sie kam, konnte sie nur mit Gehhilfe laufen. Dank des täglichen Lauftrainings läuft sie schon mehr und mehr frei. Sie hat sich gut eingelebt und ist wegen ihrer liebenswerten Art sehr beliebt bei den anderen Kindern. Sobald ein Kind weint, ist Safura zur Stelle und tröstet es.

Vielen Dank für Ihre treue Unterstützung. Ohne Sie gäbe es kein Nikolaushaus, denn von staatlicher Seite bekommen wir keine finanziellen Hilfen. Besonders aber möchten wir Sie um Ihre Gebete für unsere Kinder bitten.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2015!

Stefanie Köster und die Kinder und Mitarbeiterinnen des Nikolaushauses

3 Jahre Nikolaushaus September 2014

„Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vor dem Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unseren Augen.“ Psalm 118, 22-23

 Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses!

Dieses Zitat steht auf Englisch an unserem Hauseingang und ist unser Leitmotiv.

Abschied von Katharina und Anna-Lena

Am Mittwoch, den 17.9.2014 haben wir unseren 3. Jahrestag seit Einzug ins Nikolaushaus gefeiert. Damals zogen wir mit 10 Kindern und zwei Mitarbeiterinnen ein. Heute zählt unsere Familie 22 Kinder und viele Mamas. Unsere Schulkinder hatten gerade eine Woche Schulferien und so konnten wir an dem Tag einen gemeinsamen Tagesausflug mit unserem neuen Bus unternehmen. Wir fuhren zu den Franziskanerschwestern nach Biharamulo, die uns mit kleinen Geschenken, leckerem Essen, Bonbons und Limonade verwöhnten. Es war ein wunderschöner Tag.

David

Am 12. August kam der kleine David zur Welt. Die Umstände sind allerdings weniger schön. Seine Mutter Agatha hat eine Halbseitenlähmung und lebt mit ihrer Mutter in einer Lehmhütte im Dorf. Agatha hat bereits einen 10-jährigen Sohn. Mwolokozi hat ebenfalls eine Halbseitenlähmung. Außerdem hat er Epilepsie und eine geistige Behinderung. Agatha und Mwolokozi kommen seit drei Jahren jeden Samstag zu unserer Outpatient Clinic, wo Mwolokozi Krankengymnastik bekommt sowie seine Epilepsie-Medikamente. Für Mutter und Sohn ist der Samstagvormittag bei uns im Nikolaushaus wahrscheinlich der Höhepunkt der Woche, denn dann kommen die beiden raus, treffen andere Mütter und Kinder, es gibt Tee und Kekse und Spielzeug und Gesellschaft.

Agatha mit Mwolokozi und Baby David

Agatha mit Mwolokozi und Baby David

Anfang des Jahres teilte uns Agatha mit, dass ein Nachbar sie vergewaltigt hätte und sie schwanger sei. Während ihrer Schwangerschaft hatte Agatha mehrfach vorzeitige Wehen und musste deswegen dreimal stationär ins Krankenhaus. Aufgrund ihrer Behinderung und schlechten Ernährung ging es ihr nicht gut. Die gesamte Zeit der Schwangerschaft hatten wir sie mit Nahrungsmitteln unterstützt, sie ins Krankenhaus gebracht und dort versorgt, denn außer uns kümmerte sich niemand um sie. Als sie Anfang August wieder ins Krankenhaus kam, nahmen wir vorübergehend Mwolokozi bei uns im Nikolaushaus auf. Wir waren erleichtert, als dann endlich David – zwar nur 2,6 kg leicht – aber gesund (!) zur Welt kam. Drei Tage nach der Geburt sollten Mutter und Kind dann aus dem Krankenhaus entlassen werden. Spontan bauten wir ein Matratzenlager im Kinderzimmer unserer kleinen Jungen auf und nahmen Agatha und ihre beiden Kinder bei uns auf. Wir haben eigentlich kein freies Zimmer mehr, doch irgendwie findet sich immer eine Lösung.

Das improvisierte Bettenlager im Nikolaushaus

Das improvisierte Bettenlager im Nikolaushaus

Wir wollten einfach sicher sein, dass es Mutter und Kind nach der Geburt gut geht. Noch immer sterben in Tansania Säuglinge an Nabelentzündungen und Mütter an nachgeburtlichen Komplikationen. Nach einer Woche brachten wir dann Mutter und beide Kinder zurück ins Dorf. Seitdem schauen wir wie gewohnt jeden Samstag nach der Familie. David entwickelt sich gut und nimmt kräftig zu.

Zeitgleich habe ich in den Wochen nach der Geburt den Vergewaltiger angezeigt. Mir war es wichtig zu zeigen, dass eine behinderte Frau nicht missbraucht und vergewaltigt werden darf. Inzwischen haben wir bereits fünf Kinder bei uns im Nikolaushaus, deren Mütter behindert sind und nicht in der Lage sind, sich um ihre Kinder zu kümmern. Missbrauch und Vergewaltigung einer Frau mit Behinderung ist also kein Einzelfall, wird aber in der Bevölkerung hingenommen und nicht als Unrecht empfunden. Die Anzeige des Vergewaltigers hat die Leute in dem Dorf wach gerüttelt. Der Mann ist Ehemann und Vater von 6 Kindern. Seit die Sache Dorfgespräch ist, hat er viel Ärger mit seiner Ehefrau. Am Montag den 14.9. war er vors Gericht geladen. Zwei Tage vorher kam er zu mir ins Nikolaushaus und bat mich, die Anzeige zurückzuziehen. Er zahlt nun umgerechnet 5 Euro monatlichen Unterhalt (was auch in Tansania nicht viel Geld ist). Wir werden sehen, ob er sich an die Vereinbarungen halten wird, ansonsten geht die Sache wirklich vors Gericht.

Safura

Safura mit Gehhilfe

Weiterhin kann ich von unserem neuen Kind berichten. Safura ist 8 Jahre alt. Sie hat eine zerebrale Bewegungsstörung und kann nur mit einer Gehhilfe laufen. Sie ist geistig behindert, wie auch ihre Mutter. Ich war erstaunt zu sehen, wie ähnlich sich Mutter und Tochter im Aussehen und im Verhalten sind. Auch Safuras Mutter wurde missbraucht und ist nicht in der Lage, sich um sich selbst, geschweige denn um ihre behinderte Tochter zu kümmern.

Diese Schicksale machen mich sehr betroffen. Bisher kann ich den Müttern nur sehr wenig helfen und nur ihre Kinder ins Nikolaushaus aufnehmen. Gerne würde ich auf unserem Gelände ein einfaches Gebäude errichten, in dem ich bis zu drei behinderte Frauen mit ihren Kindern aufnehmen kann. Es würde sich um ein unterstütztes Wohnen handeln. Eine behinderte Frau könnte dort in einer Krisensituation – wie bei Agatha – vorübergehend wohnen und von uns unterstützt und betreut werden, wir könnten sie auch dauerhaft bei uns aufnehmen. Ich habe einen Kostenvoranschlag erstellen lassen und komme auf 15 000 Euro für den Bau von drei Schlafzimmern, Sanitäranlagen und einer einfachen überdachten Kochstelle.

Zum Schluss kann ich noch berichten, dass im August Katharina und Anna-Lea abgereist sind. Die beiden Praktikantinnen waren ein Jahr bzw. 5 Monate bei uns.

Unsere Praktikantinnen

Doch haben wir mit Hannah, Lea und Kathrin und bald noch einer weiteren Lea wieder vier neue Praktikantinnen. Unsere laute Familie ist oft erstmal ein Schock, aber später ist der Abschied dann umso schwerer …

 Ebola hat uns noch nicht erreicht und wir beten, dass das auch so bleibt….

Viele Grüße von uns allen,

Stefanie Köster mit allen Kindern und Mitarbeiterinnen

P.S.: Bitte beachten Sie meine neue E-Mailadresse: SEKoester(at)t-online.de

Meine alte E-Mailadresse bei Yahoo funktioniert noch, doch da ich bereits zwei Hackerangriffe hatte, möchte ich diese E-Mailadresse auf Dauer schließen.

Ostern 2014

Christus, gestern und heute, – Anfang und Ende, – Alpha – und Omega. – Sein ist die Zeit – und die Ewigkeit. – Sein ist die Macht und die Herrlichkeit – in alle Ewigkeit. Amen

Segen zur Bereitung der Osterkerze

Nikolaushaus Tansania, 2014Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses,
herzliche Ostergrüße von den Kindern und Mitarbeiterinnen!

Auch dieses Jahr haben wir an Palmsonntag ein Gruppenbild von unseren Kindern, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen im Nikolaushaus gemacht. Unsere Familie ist wieder gewachsen! Letztes Jahr hatten wir zu diesem Zeitpunkt 15 Kinder, nun sind es 21!

Mitte März kam zunächst Innocent zurück. Er war bereits einige Monate bei uns, lebte dann aber wieder ein halbes Jahr bei seiner Familie. Nun bat uns die Familie, Innocent nochmals bis Dezember zu nehmen. Innocent ist inzwischen 3, 5 Jahre alt.Innocent 08.05.2013Er hat eine zerebrale Bewegungsstörung und braucht viel Pflege und Zuwendung, aber meistens strahlt er und ist ein sehr zufriedenes Kind. Wenige Tage nach Innocent kamen dann Mwesiga (5) und Kalokola (3) zu uns. Die beiden Brüder haben eine geistig behinderte Mutter. Der Vater der Kinder starb letztes Jahr. Seitdem lebten die Kinder bei Onkel und Tante des verstorbenen Vaters. Die Mutter hat inzwischen ein weiteres Baby. Beide Kinder sind sehr unterernährt und in ihrer Entwicklung zurück, besonders Mwesiga ist auffällig. 

3.4.2014 Kalokola und Mwesiga Nikolaushaus Tansania, Helfen Sie! Spenden Sie!
In den ersten Tagen liefen die beiden noch recht verloren durch das Nikolaushaus und sprachen nur Kihaya, die Sprache der Region. Inzwischen haben sie sich eingelebt, lernen Swahili und fühlen sich sichtlich wohl. Auch kennen sie schon die Namen ihrer 19 neuen Geschwister und vielen neuen Mamas.

Editha und Edina, unsere beiden Zwillinge, die wir im Oktober letzten Jahres bekommen haben, haben ihren 5. Geburtstag gefeiert. In dem halben Jahr, das sie nun bei uns sind, haben sie sich sehr gut entwickelt. Im Februar wurden die beiden zusammen mit Mtagwaba getauft.

28.2.2014 Taufe von Editha, Edina und Mtagwaba - Baptism of Edina, Editha and Mtagwaba

Editha und Edina, Mwesiga und Kalokola haben ein ähnliches Schicksal. Ihre Mütter sind behindert und konnten sich nicht ausreichend um die Kinder kümmern, weswegen die Kinder unternährt waren und entwicklungsverzögert sind. Immer wieder erfahre ich, dass Frauen mit Behinderungen vergewaltigt werden.

Helfen Sie! Spenden Sie!

Eine behinderte Mutter mit einem behinderten Kind, die regelmäßig zu unserer Outpatient Clinic kommt, ist zurzeit schwanger. Diese Frauen können weder für sich noch für ihre Kinder sorgen. Eigentlich müssten sie geschützt untergebracht und versorgt werden. Bisher können wir aber leider nur ihre Kinder nehmen. Im Raum stehen außerdem die Anfragen zur Aufnahme von zwei weiteren Kindern, beide haben Behinderungen. Damit haben wir bald unsere Aufnahmekapazität von 25 Kindern erreicht.

2.4.2014 Die kleinen Mädchen nehmen Mwesiga und Kalokola in ihre Mitte - our girls take the new boys into their midst

Seit Weihnachten gab es viele Abschiede, es kamen Besucher und neue Mitarbeiterinnen. Vier Mitarbeiterinnen sind gegangen. Dafür kamen nun zwei neue Schwestern zu uns sowie drei neue Mitarbeiterinnen. Drei der vier Praktikantinnen haben ihre Zeit bei uns beendet und sind nach Deutschland zurückgefahren. „MaZ“-Praktikantin (Missionar auf Zeit) Katharina bleibt aber bis Mitte August und Anna-Lea macht nun auch für 5 Monate ein Praktikum bei uns. Die Abschiede sind meist traurig, gehören aber zum Leben dazu.

Da wir kaum noch Platz hatten, haben wir im Januar und Februar zwei Schlafzimmer angebaut, um eine weitere Mitarbeiterin unterbringen zu können und um ein weiteres Gästezimmer zur Verfügung zu haben. Auch haben wir einen Raum in der Outpatient Clinic leer geräumt und ihn als Kapelle oder besser als Gebetsraum eingerichtet. Der Raum ist nicht groß, aber eine kleine Insel der Ruhe, auf die man sich zurückziehen kann. Das ist nötig, denn die Kirche in Kemondo ist 3 km vom Nikolaushaus entfernt.

Damit komme ich auch gleich zu der guten Nachricht, dass unser Bischof Kemondo zur Gemeinde ernannt hat! Bisher gehörten wir zum Pfarrverbund der Hauptgemeinde Kagondo, waren erst Außenstation, dann Untergemeinde, nun sind wir selbständig, die „Franziskus von Assisi“ Gemeinde! Diese positive Entwicklung ist sicher den Franziskanerschwestern in Kemondo zu verdanken, die dort seit 15 Jahren unermüdlich tätig sind und sehr viel Gutes bewirkt haben.

Kirchenfeste, Taufen, Geburtstage, Abschiedsfeiern…

Es ist schön, den Alltag immer wieder mit kleinen Feiern zu unterbrechen. Allerdings ist mit so vielen Menschen in unserem Haus keine Feier wirklich klein! Ostersonntag und Ostermontag wollen wir uns in zwei Gruppen aufteilen. Für jede Gruppe von 10 Kindern und 8 Erwachsenen müssen wir einen Bus mieten, denn unser betagtes Auto, das auf 5 Personen zugelassen ist, bricht unter unserer Familiengröße zusammen.
Wir befinden uns mitten in der Regenzeit und hoffen sehr, dass unser Osterfest nicht völlig verregnet sein wird. Im Juni werde ich nach Deutschland kommen und sicher wieder viel berichten und Fotos zeigen können.

Ihnen allen wünschen wir ein gesegnetes Osterfest,
Stefanie Köster, die Mitarbeiterinnen, Praktikantinnen und Kinder des Nikolaushauses

 

Nikolaus 2013

Und-wer-ist-der-echte-Nikolaus---And-who-is-the-real-Santa-Claus
Der Herr wird kommen, um die Welt zu erlösen. Volk Gottes, mach dich bereit.
Höre auf ihn, und dein Herz wird sich freuen. Vgl. Jes 30,19.30

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses!


Heute, am Vorabend des zweiten Advent, haben wir unser Patronatsfest gefeiert. Der Nikolaus kam pünktlich in der Nacht zum 6. Dezember zu seinen Kindern im Nikolaushaus, doch da an dem Tag der letzte Schultag war mit einer großen Feier in der Schule, haben wir unsere Nikolausfeier auf heute verschoben. Gemeinsam mit Freunden und Unterstützern aus unserer Gemeinde haben wir im Wohnzimmer des Nikolaushauses die Heilige Messe gefeiert. Diesmal waren unsere beiden Jüngsten die Nikoläuse, wie Sie auf dem Foto oben erkennen können.

Inzwischen haben wir 18 Kinder. Anfang Oktober kamen die Zwillinge Editha und Edina zu uns. Ihre Mutter ist geistig behindert und war mit der Fürsorge für die Kinder überfordert. Die Kinder sind 4,5 Jahre alt, aber Editha ist auf dem Entwicklungsstand eines 1,5-jährigen Kindes und Edina wirkt wie 3 Jahre alt. Zusammen mit Chiara und Agnes haben wir nun vier kleine, süße Mädchen im Alter von 2-4 Jahren bei uns, die vormittags, wenn die großen Kinder in Kindergarten und Schule sind, das Haus unter ihre Kontrolle bringen. Dabei sind die Kinder einander die beste Therapie, denn kein Kind will hinter dem anderen zurückstehen. So hat Editha in wenigen Wochen laufen gelernt, denn sie muss ja mit den anderen mithalten! Wer weiß, wie viel Spaß sie sonst verpassen könnte?!

Unsere neun großen Schulkinder haben nun 5 Wochen Schulferien, bevor am 13. Januar das neue Schuljahr anfängt. Diesmal sind alle Kinder problemlos versetzt worden. Annajoyce, die letztes Jahr wiederholen musste, war dieses Mal sogar die beste in ihrer Klasse und bekam ein Geschenk von der Schule für ihre guten Leistungen!
Insgesamt haben unsere Kinder dieses Jahr sichtliche Fortschritte gemacht und sind gewachsen. Maria, unsere Älteste ist 17 Jahre alt geworden, Chiara, die Jüngste ist 2. Mtagwaba, der vier Jahre alt ist und eine zerebrale Bewegungsstörung hat, hat krabbeln gelernt und erkundet nun seine Welt. Asimwe, das Kind mit der Hautkrankheit, hat im November ihre Kommunion gefeiert.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre treue Unterstützung. Ohne Sie wäre unsere Arbeit im Nikolaushaus nicht möglich. Besonders möchten wir Sie um Ihre Gebete für die Kinder und die Mitarbeiterinnen bitten.

Wir alle vom Nikolaushaus wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2014!
Stefanie Köster

Zwei Nikolaeuse am Victoriasee

Zwei Nikolaeuse am Victoriasee

Unsere beiden Juengsten als Nikolaeuse St. Nicholaus

Unsere beiden Juengsten als Nikolaeuse St. Nicholaus

Merry Christmas

Frohe Weihnachten

Abendessen im Advent

Abendessen im Advent

19.12.2013 Weihnachtsbaeckerei

19.12.2013 Weihnachtsbaeckerei

19.12.2013-Magdalena macht Plaetzchen

19.12.2013-Magdalena macht Plaetzchen

6.12

6.12. Nikolausmorgen Mtagwaba hat seinen Schuh entdeckt

6.12.2013_Nikolausmorgen Kinder haben Schuhe entdeckt

6.12.2013 Nikolausmorgen Kinder haben Schuhe entdeckt

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses!
 
Herzliche Grüße von den Nikolauskindern in Kemondo!
Am 17.9.2013 hatten wir unseren 2. Jahrestag seit Einzug ins Nikolaushaus. In den zwei Jahren hat sich unsere Familie von 10 auf 17 Kinder vergrößert, wie Sie auf den Fotos im Anhang an diesen Brief sehen werden. Auf der Bank sitzen die Kinder in der gleichen Anordnung wie vor 2 Jahren, auf dem Boden davor sitzen alle Kinder, die seit dem Einzug hinzugekommen sind. Leider fehlt ein Kind auf dem aktuellen Bild.
 
Ganz herzlich möchten wir uns bei Ihnen für Ihre treue Unterstützung des Nikolaushauses bedanken. Ohne Ihre Hilfe, wäre unser Nikolaushaus nicht möglich!!!
Für 2014 haben wir einen neuen Kalender gestaltet. Wenn Sie an dem Kalender Interesse haben, schicken Sie uns eine E-Mail. Mehr Infos dazu auf der Webseite unter „Geschenk mit Herz Kalender 2014“:        

Herzliche Grüße,
Stefanie Köster und die Mitarbeiterinnen und Kinder des Nikolaushauses

Die Kinder vom Nikolaushaus
Nikolauskinder
Bajaj

Pfingsten 2013

Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis. In ihm hat alles Bestand. Nichts bleibt verborgen vor ihm. Halleluja. (Weisheit 1,7)

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses!

Viel ist wieder passiert in den 50 Tagen zwischen Ostern und Pfingsten. Innocent und Elliot sind im April zu uns gekommen. Somit haben wir nun 17 Kinder. Innocent wird bald 3 Jahre alt. Er hat eine zerebrale Bewegungsstörung und spricht nicht. Elliot ist fast 6 Jahre alt. Sie hat eine geistige Behinderung. Ihr einziger Satz in der lokalen Sprache Kihaya lautet: „Mama, mach mir Pfannkuchen.“ Ansonsten lutscht sie mit großer Hingabe abwechselnd mal am rechten, mal am linken Daumen. Anfänglich haben beide Kinder viel geweint. Wie sollen sie auch sonst ausdrücken, dass der Umzug in eine völlig neue Umgebung ein Schock ist. Inzwischen haben sie sich aber an das laute Treiben im Nikolaushaus gewöhnt, lachen viel und sind sehr liebenswert. Elliot weint nur noch, wenn sie gewaschen wird, zur Toilette soll oder die Zähne putzen muss… Dinge, die sie offensichtlich bisher noch nicht kannte.
Kinder vom NikolaushausWir befinden uns gerade in der Regenzeit. Das Gute ist, dass sowohl unser Brunnen, als auch unsere Regenwassertanks randvoll sind. Der Nachteil ist, dass in den letzten zwei Wochen etliche unserer Kinder an Malaria und Erkältung erkrankt sind. Ich muss aber hinzufügen, dass Malaria hier so normal ist, wie in Deutschland eine Grippe. Jedes fiebernde Kind lassen wir auf Malaria testen und dann entsprechend mit Tabletten behandeln. Lebensbedrohlich ist Malaria nicht, wenn sie rechtzeitig behandelt wird. Sobald das Fieber gefallen ist, springen die Kinder wieder herum. Malaria gehört schlicht zum Alltag in Afrika.


Viele Unterstützer des Nikolaushauses haben besonderen Anteil an Asimwe genommen. Asimwe ist 13 Jahre alt und hat eine genetisch bedingte Hauterkrankung, die ihren gesamten Körper betrifft, z.T. schmerzhaft ist und sie sehr entstellt. Asimwes Haut ist nun dreimal von Dermatologen in Tansania, Deutschland und in den USA untersucht worden und ich hatte ihr letztes Jahr Medikamente aus Deutschland besorgt. Nun haben wir leider die traurige Nachricht erfahren, dass ihre Krankheit so selten ist, dass es kein Medikament für sie gibt, das ihr effektiv hilft, sondern bestenfalls eine geringe Linderung bringt. Eine Heilung ist medizinisch gesehen nicht möglich. Diese Nachricht hat uns sehr getroffen.

In meinem Osterbrief hatte ich erwähnt, dass wir vor Anschlägen auf christliche Kirchen gewarnt wurden. Unser Osterfest war verregnet, aber landesweit blieb alles friedlich. Doch leider wurde am 5. Mai eine Bombe bei einem katholischen Gottesdienst in Arusha (nahe dem Berg Kilimanjaro) geworfen und 3 Menschen kamen dabei ums Leben.
Bei dem Gottesdienst handelte es sich um die Eröffnung einer neuen Gemeinde. Der Nunzio (geistlicher Vertreter aus Rom), Bischöfe, mehr als 40 Priester, über 100 Ordensleute und mehrere hundert Gläubige waren anwesend. Die Bombe explodierte während der Eingangsprozession. Die Ähnlichkeit zu dem Bombenanschlag in Boston ist verblüffend, nur machte der Anschlag in Tansania kaum internationale Schlagzeilen
(s. Artikel:  http://stealthconflicts.wordpress.com/2013/05/09/boston-yes-arusha-no-thank-you/ http://stealthconflicts.wordpress.com/2013/05/09/boston-yes-arusha-no-thank-you/ )

Seit dem vergangenen Jahr häufen sich die Spannungen zwischen Muslimen und Christen. Wie so oft trifft das nur auf einige wenige Menschen in der Bevölkerung zu. In der Regel kommen Menschen verschiedener Religionszugehörigkeiten in Tansania gut miteinander aus.
Passend zum Geburtstag der Kirche kam uns am Freitag der neue Bischof Desiderius Rwoma zum ersten Mal in Kemondo und schließlich auch im Nikolaushaus besuchen. Zu meiner Überraschung wollte er in unserem „Bajaj“ mitfahren. Das Bajaj ist ein Motorrad aus Indien mit drei Rädern und einer Sitzbank hinten. Ich nutze es für die vielen Fahrten innerhalb Kemondos, um Sprit zu sparen (s. Fotos).

Seit der Ankunft des neuen Bischofs von Bukoba erleben wir viele Veränderungen. Sehr viele Priester sind versetzt worden. So mussten wir nun auch Abschied nehmen von Father Vedastus, der 17 Jahre lang das Formationszentrum des Bistums in Kemondo geleitet hat und uns ein guter Freund und Begleiter war. Zu unserer Freude wurde er „nur“ in die Hauptgemeinde Kagondo versetzt, zu der wir in Kemondo auch gehören. Sein Nachfolger Father Justus ist relativ jung und sehr motiviert und engagiert. Er hat uns bereits im Nikolaushaus besucht und versprochen, bald mit den Seminaristen wiederzukommen und uns bei der Feldarbeit zu helfen! Darüber sind wir sehr erfreut. Das Foto am Briefbeginn zeigt unsere tanzenden Kinder, die Father Vedastus verabschieden. Die Kinder hatten zu diesem Anlass gemeinsam mit den Betreuerinnen ein Lied gedichtet und einen Tanz einstudiert, was sie bei der Abschiedsfeier vorführten. Ich war sehr stolz auf unsere Kinder!

Wir alle wünschen Ihnen den Heiligen Geist des Pfingstfestes,
Stefanie Köster und die Kinder und Betreuerinnen des Nikolaushauses Kemondo

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24.3.2013-Palmsonntag-Agnes

Ostern 2013

Hosanna in der Höhe! Vgl. Ps 24,9

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses, herzliche Ostergrüße von den Kindern und Mitarbeiterinnen!

24.3.2013 Gruppenbild PalmsonntagDie Karwoche hat begonnen. Unsere Kinder freuen sich auf einige schulfreie Tage. Die Kinder haben drei recht anstrengende Monate Schule hinter sich, wo viel von ihnen gefordert wurde. Magdalena, die nun in der dritten Klasse ist, kommt erst abends um 18 Uhr von der Schule nach Hause. Die anderen Schulkinder haben jeden Nachmittag Nachhilfe.

Karsamstag haben wir vor, Ostereier zu färben. Nein, dies ist kein tansanischer Brauch, aber er wird den Kindern sicher gefallen. Ostersonntag wollen wir Zuhause verbringen. Es wird vor Angriffen auf Christen gewarnt in der Osterwoche. Deswegen haben wir beschlossen, unseren Osterausflug zum Strand ein paar Tage später zu machen und dies gleich mit zwei Geburtstagen zu verbinden.

Unseren 15 Kindern geht es gut. Im April erwarten wir zwei neue Kinder: Elliot, ein 5-jähriges Mädchen mit einer geistigen Behinderung und Innocent, einen mehrfachbehinderten Jungen von 2,5 Jahren. Noch haben wir freie Betten im Nikolaushaus und werden voraussichtlich bis Ende des Jahres weitere Kinder aufnehmen. Wichtig bei der Entscheidung, ob ein Kind im Nikolaushaus leben wird, ist die familiäre Situation des Kindes.


Um Familien mit behinderten Kindern im Alltag zu unterstützen, ist unsere Arbeit in der „Outpatient Clinic“ wichtig. Der Bedarf an Hilfe für Eltern behinderter Kinder ist groß. Oft wissen sie nicht, was mit ihrem Kind los ist, ob und wie sie fachärztliche Hilfe bekommen können und  falls ja, wie sie diese bezahlen sollen. Teil unserer Arbeit ist, die Eltern mit ihren Kindern zu Therapien zu begleiten, bis sie dies selbständig weiterführen können und gegebenfalls auch die Behandlung und die Fahrtkosten zu bezahlen. Diese Arbeit ist wichtig, damit die Kinder in der Familie bleiben können.

Im März hatten wir zwei junge Frauen aus Deutschland zu Besuch, die im Rahmen ihrer Ausbildung zur Ergotherapie ein Praktikum bei uns gemacht haben. Für unsere Kinder ist es immer schön, wenn ihnen Volontäre extra Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Wir in Tansania freuen uns über Papst Franziskus, und das Bistum Bukoba hat einen neuen Bischof, Bischof Desiderius Rwoma, den wir am 7. April offiziell begrüßen werden. Unser bisheriger Bischof wird in unserer Gemeinde seinen Altersruhesitz haben.

Ihnen allen wünschen wir ein gesegnetes Osterfest,
Stefanie Köster und Kinder

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5.12.2012 Bischof Christoph

Nikolaus 2012

Bereitet dem Herrn den Weg. 
Ebnet ihm die Straßen!
  Matthäus 3,3
5.12.2012 Die frisch geweihten Bischöfe!

5.12.2012 Die frisch geweihten Bischöfe!

Das Kindlein
Das Kindlein, das Maria hält,
ist Gottes Sohn, der Herr der Welt,
gebor’n so arm auf Erden. Es kommt zu uns das heil’ge Kind,
die wir so arg verworren sind
in Not und viel Beschwerden. Der Heiland ist es und der Held,
der wider alle Feind sich stellt
auf dieser dunklen Erde. Und wer es mit dem Kinde wagt,
am Ende muß ganz unverzagt,
sehr stark und fröhlich werden. (Alter Weihnachtsspruch)


Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses,

die Adventszeit steht vor der Tür. Wir erwarten die Ankunft Jesu, die Menschwerdung Gottes. 2009 bin ich in dieser Zeit nach Tansania zurückgekehrt und habe mit den Vorbereitungen zum Bau des Nikolaushauses begonnen.

Inzwischen leben wir seit über einem Jahr im Nikolaushaus und freuen uns auf unsere zweite Nikolausfeier und gemeinsames Weihnachtsfest. Praktikantin Victoria stickt eifrig die Zahlen auf die Säckchen des Adventskalenders, die wir dann noch füllen und aufhängen müssen.Der Advent ist ein Blick nach vorne in Erwartung dessen, was Gott uns verheißen hat. Unsere Kinder sind ein Zeichen, dass niemand von uns aus eigner Leistung, aus eigenem Verdienst kommt, sondern allein ein Geschenk Gottes ist.

9 unserer insgesamt 15 Kinder besuchen die örtlichen Grundschulen. Ab Dezember haben sie Schulferien und im Januar fängt das neue Schuljahr an. Leider haben fast alle unsere Kinder Lernprobleme, wofür das hiesige Schulsystem kein Verständnis aufbringt. Das neue Gebäude der Outpatient Clinic ist nun eröffnet. Jeden Samstag findet dort Krankengymnastik und Beratung für behinderte Kinder und ihre Familien aus der Umgebung von Kemondo statt. Seit Oktober nutzen wir das gleiche Gebäude auch wochentags. Eine junge Montessori-Kindergärtnerin fördert dort spielerisch Christoph, Mtagwaba, Steven und Maria. Maria hat vor kurzem ihren 16. Geburtstag gefeiert, doch ihre Leidenschaft für Puppen hat sie noch nicht abgelegt und freut sich immer, wenn sie in den Kindergarten gehen kann.

Dank Ihrer Unterstützung können wir diese Arbeit leisten, weitere Kinder ins Nikolaushaus aufnehmen, mehr Mitarbeiterinnen einstellen und fachlich schulen und unser Angebot zur Therapie und Hilfe auf die Familien mit behinderten Kindern im Umkreis von Kemondo ausdehnen.

Im Namen aller Kinder und Mitarbeiter des Nikolaushauses bedanke ich mich ganz herzlich. Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gutes Neues Jahr, Stefanie Köster

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26.5.2012 St. Nicholaus Outpatient Clinic

Pfingsten 2012

„Herr sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu.“

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses!

Am heutigen Pfingstfest feiern wir das Herabkommen des Heiligen Geistes und den Beginn der Kirche. In Kemondo findet gerade eine große Feier bei strahlendem Sonnenschein statt.


Seit Ostern haben wir zwei neue Kinder bekommen. Annajoyce ist 6 Jahre alt. Sie hat Spina Bifida (offener Rücken). Aufgrund dieser Behinderung hat sie keine Kontrolle über Stuhl und Urin, doch sie lernt damit umzugehen. Sie geht nun mit Aisha und Anita in den Kindergarten und kommt dort gut zurecht. Sie kann kurze Distanzen laufen. Ihre Mutter verstarb im Oktober vergangenen Jahres. Annajoyce und ihre 4 Geschwister zogen danach zur Oma. Die Familie wohnt ca. eine Stunde Fußmarsch vom Nikolaushaus entfernt und ihre Oma und Geschwister haben sie bereits mehrfach besucht.

In der gleichen Woche, in der Annajoyce kam, kam auch Chiara zu uns. Die Schulleiterin der Schule, die unsere Kinder besuchen, berichtete mir von einer sehr kranken Mutter und einem Vater, der sich nicht um das Kind kümmern könne. Wir verabredeten einen Besuchstermin. Auf dem Weg zu der Familie erfuhr ich, dass die Mutter am Vortag verstorben war. Ohne es vorher zu wissen, kam ich zur Beerdigung der Mutter. Die Familie hat eine Lehmhütte zwischen Bananenstauden und dort wurde die Frau auch beerdigt. Drei Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter weinten bei der Beerdigung ihrer Mutter. Jemand ging in die Hütte und holte einen ca. 4 Monate alten Säugling heraus und legte mir das Mädchen in die Arme. Der Vater des Babys bat mich, das Kind zu nehmen. Ich erfuhr, dass die Kleine bereits 10 Monate alt war und nur noch 5 kg wog. Mein Verdacht, dass die Kleine an AIDS erkrankt ist und ihre Mutter wahrscheinlich an dieser Krankheit verstorben ist, wurde mir mit dem HIV Test am nächsten Tag bestätigt. Heute, anderthalb Monate später, wiegt Chiara bereits 6 kg. Sie hat einen guten Appetit, spielt und lacht und ist dabei, ihre Entwicklungsrückstände so schnell wie möglich aufzuholen. Am 1.6. feiern wir ihren 1. Geburtstag. Ihre drei älteren Geschwister haben einen anderen Vater und leben derzeit bei den Großeltern.

So haben wir nun 13 Kinder – 7 Mädchen und 6 Jungen. 7 Kinder haben Behinderungen, zwei Kinder sind HIV positiv. Es ist nicht leicht, den Bedürfnissen all unserer Kinder gerecht zu werden. Ich suche nach weiteren Mitarbeiterinnen, damit wir alle mit der Pflege der Kinder entlastet sind und Zeit haben, uns den Kindern selbst widmen zu können. Eine Schweizer Heilpädagogin kommt nun mehrmals wöchentlich zu uns und berät uns im richtigen Umgang mit den Kindern. Es ist schwierig, Mitarbeiterinnen mit einer Ausbildung zu finden und so bin ich froh über die Schulungen und Anleitungen durch die Heilpädagogin.

Haustiere sind auch bei uns eingezogen: Wir haben zwei Hunde, zwei Katzen, zwei Hasen, drei Hühner und einen Hahn. Wir haben ein Feld mit Bananenstauden angelegt und einen Gemüsegarten angepflanzt, von dem wir bereits geerntet haben.

Die St. Nicholaus Outpatient Clinic für behinderte Kinder aus der Umgebung findet an jedem Samstagvormittag statt und wird gut besucht. Die Mütter kommen gerne mit ihren Kindern. Es tut ihnen gut, sich mit anderen Müttern behinderter Kinder austauschen zu können und den Kindern tut die Therapie gut. Das entsprechende Gebäude ist fast fertig. Wir hoffen, dass wir ab Juli die Klinik dort statt wie bisher in unserem Wohnzimmer abhalten können. Ich plane, Mitte oder Ende August für mindestens vier Wochen nach Deutschland zu kommen. Die genauen Reisetermine habe ich noch nicht.

Wir wünschen Ihnen frohe Pfingsten und danken Ihnen für Ihre Unterstützung!!!
Stefanie Köster, die Kinder und die Mitarbeiterinnen des Nikolaushauses

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03.04.2012 Gruppenbild mit Kindern, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen

Ostern 2012

 „Ich bin erstanden und bin immer bei dir. Halleluja. Du hast deine Hand auf mich gelegt. Halleluja. Wie wunderbar ist für mich dieses Wissen. Halleluja.“ vgl. Ps 139,18.5-6

Group picture with children, staff and volunteers April 3, 2012/ Gruppenbild mit Kindern, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen 3.4.2012

Gruppenbild mit Kindern, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen 3.4.2012

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses!

Herzliche Ostergrüße von den Kindern und Betreuerinnen! Zurzeit sind auch hier Osterferien. Osterhasen und Ostereier gibt es in Tansania nicht, doch wir haben aus Margarinedosen und Bananenblättern Osternester gebastelt und mit Süßigkeiten gefüllt. Am Ostersonntag wollen wir nach dem Gottesdienst mit allen Kindern an den Strand fahren und dort den Tag verbringen.

Wir leben nun seit 7 Monaten im Nikolaushaus und sind allmählich zu einer Familie gewachsen. Seit Januar arbeiten zwei franziskanische Ordensschwestern bei uns. Wir haben feste Mitarbeiterinnen und teilen uns die Arbeit nach unserem Bedarf und Fähigkeiten auf.

Von Februar bis einschließlich April lebt eine Praktikantin aus Deutschland mit uns. Sie kommt wunderbar mit den Kindern und den Mitarbeiterinnen zurecht und wir freuen uns, sie bei uns zu haben. Im März kamen zwei weitere junge Frauen, die eine Ausbildung zur Ergotherapie machen und dazu ein Praktikum benötigten. Die Kinder freuen sich über so viel Aufmerksamkeit. Für uns sind die Praktikantinnen eine große Hilfe.

Seit Dezember lebt Asimwe bei uns. Asimwe ist 12 Jahre alt. Sie hat eine Hautkrankheit, die nicht ansteckend ist, das Kind aber sehr entstellt. Außerdem ist sie schwerhörig, wurde bisher schwer vernachlässigt und ging nicht zur Schule. In kleinen Schritten sehen wir langsam Fortschritte. Seit Januar geht sie in die Kindergartenklasse der örtlichen Grundschule. Sie ist stolz, nun endlich auch ein Schulkind zu sein. Bzgl. ihrer Hauterkrankung versuchen wir verschiedene Medikamente und bekommen auch Rat von Dermatologen aus Deutschland. Das große Wunder ist allerdings noch nicht eingetreten. Eine effektive Behandlung ist in Tansania nicht möglich. Doch Asimwe lacht viel und hat wieder Spaß am Leben. Wir haben entdeckt, dass sie sehr geschickt ist mit ihren Händen und sehr gut Handarbeiten machen kann.

    Asimwe at her old home/Asimwe in ihrem alten Zuhause

Asimwe at her old home/Asimwe in ihrem alten Zuhause

Christoph geht seit einigen Wochen in den Kindergarten. Er hat eine starke Spastik und ist auf viel Hilfe angewiesen. Doch geistig ist er sehr rege, er redet viel und lacht noch mehr und er erobert sich alle Menschen mit seinem Charme. Er ist sehr stolz, ein Kindergartenkind zu sein.

Von unseren insgesamt 11 Kindern sind 6 Kinder geistig und / oder körperlich behindert. Wir sind froh, für drei der behinderten Kinder Schul- und Kindergartenplätze in der Nähe gefunden zu haben. Nur drei Kinder gehen aufgrund ihrer geistigen Behinderungen nicht zur Schule. Für diese Kinder haben wir Lernziele formuliert, die wir im Alltag umsetzen. Eine Schweizer Heilpädagogin kommt zweimal wöchentlich zu uns, um uns fachlichen Rat und Anleitung im Umgang mit den behinderten Kindern zu geben.

Jeden Samstag findet im Nikolaushaus nun eine ambulante Klinik statt, die „St. Nicholaus Outpatient Clinic“. Eltern behinderter Kinder aus der Umgebung kommen zu dieser Klinik. Ein Physiotherapeut, der in einem nahgelegenen Krankenhaus arbeitet, stellt die Diagnosen, macht Krankengymnastik mit den Kindern und verschreibt bei Bedarf Medikamente. Viele Kinder haben sowohl Zerebralparese (Spastik) als auch Epilepsie. Einige Kinder, die zur ambulanten Klinik gebracht werden, müssen operiert werden oder die Eltern suchen eine geeignete Schule für ihr Kind. Auch dabei helfen wir den Eltern, denn Ziel der Klinik ist es, die Eltern behinderter Kinder zu unterstützen. Seit unserem Einzug ins Nikolaushaus im September 2011 waren bereits 33 Eltern – zumeist Mütter – mit ihren behinderten Kindern bei uns, um Hilfe zu suchen.
Bisher findet die Klinik in unserem Wohnzimmer statt. Der Raum wird auf Dauer nicht ausreichen. Auch brauchen wir weitere Büroräume. So haben wir im März mit dem Bau der „St. Nicholaus Outpatient Clinic“ begonnen. In dem Gebäude werden sich drei Büroräume, ein kleines Bad und ein großer Mehrzweckraum befinden.

Anfragen zur Aufnahme ins Nikolaushaus haben wir viele. Wichtig ist dabei aber die familiäre Situation. Nur wenn das Kind nicht von der eigenen Familie versorgt werden kann, wenden wir uns zuerst an das Jugendamt. Vergangene Woche habe ich einen Hausbesuch gemacht. Die Mutter war schwanger und starb plötzlich an Komplikationen. Das war im Oktober 2011. Der Vater ist mit den 5 Kindern, von denen das jüngste 3 Jahre und das älteste 15 Jahre alt ist, überfordert. Die Oma kümmert sich nun um alle Kinder, die die Trauer um den Verlust ihrer Mutter erst noch verarbeiten müssen. Annajoyce ist 6 Jahre alt und das zweitjüngste Kind. Sie hat Spina Bifida („offener Rücken“) und ist bis heute nicht operiert worden. Immerhin kann das Kind laufen und ihre Oma versorgt sie, so gut sie kann. Aufgrund ihrer Behinderung hat sie keine Kontrolle über Urin und Stuhlgang, ein Grund, weswegen sie nicht zur Schule geht. Wir sind im Begriff, mit der Familie und dem Jugendamt zu klären, ob es gut für Annajoyce wäre, zu uns ins Nikolaushaus zu ziehen.


Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus unserem Leben. Unser Alltag ist laut, bunt, lebendig und fröhlich! Wir wünschen Ihnen allen ein frohes Osterfest und danken Ihnen für Ihre Unterstützung!!!
Stefanie Köster, die Kinder und die Mitarbeiterinnen des Nikolaushauses

Gott ist für die Kleinen da. Er nimmt in seinem Erbarmen alle in die Arme. Nicht wegen irgendwelcher Erfolge oder des Nachweises besonderer Leistungen. Er schaut auf die Nöte und Bedürfnisse. In seinem Namen wird Jesus sagen: Selig die Armen und Leidenden, selig die Verfolgten und Hungernden. Entweder ist das Christentum die Partei der Schwachen, oder es hat seinen Auftrag nicht erfüllt.“ Reflektion zur Osternacht aus dem Laacher Messbuch 2012, S. 369
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Blick auf das Nikolaushaus

Weihnachten 2011

Weihnachten 2011 im Nikolaushaus

Weihnachten 2011 im Nikolaushaus

Gedanken zum Weihnachtsfest
Ich bin Deine Freude – fürchte Dich also nicht, froh zu sein! Ich bin in Deiner Not; denn ich habe sie selbst erlitten. Ich bin in Deinem Tod: denn heute, als ich geboren wurde, begann ich mit Dir zu sterben. Ich gehe nicht mehr weg von Dir. Was immer Dir geschieht, durch welches Dunkel Dein Weg Dich auch führen mag – glaube, dass ich da bin!  Glaube, dass meine Liebe unbesiegbar ist! Dann ist auch Deine Nacht Heilige Nacht. Dann zünde getrost die Kerzen an – sie haben mehr recht als alle Finsternis. Karl Rahner

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses,
Vielen Dank für Ihre treue Unterstützung, die es uns ermöglich hat, unsere Familie im Nikolaushaus zu gründen. Sie alle sind in unseren täglichen Gebeten.
Wir alle wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2012!


Stefanie Köster und die Kinder und Mitarbeiterinnen des Nikolaushauses

Weihnachtsfeier am Strand von Bukoba

Weihnachtsfeier am Strand von Bukoba

Glückliche Kinder nach der Bescherung

Glückliche Kinder nach der Bescherung

Bescherung

Bescherung

Bescherung

Bescherung

25.12.2011 Kinder an der Krippe in der Kirche

25.12.2011 Kinder an der Krippe in der Kirche



02 6.12.2011 Der Nikolaus

Nikolaus 2011

selbstgebastelte Nikoläuse

selbstgebastelte Nikoläuse

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses,

Herzliche Adventsgrüße aus Tansania, das heute den 50. Jahrestag seiner Unabhängikeit feiert!
Diese Woche kam der Nikolaus und natürlich kam er auch in unser Haus, das nach ihm benannt ist. Hier in Tansania wird der Feiertag des Hl. Nikolaus nicht besonders bedacht. Aber die Kinder finden jeden Grund zum Feiern gut. Sie freuen sich über den Adventskranz, den wir jeden Abend beim Essen auf den Tisch stellen und die Kerzen anzünden  und wollen am liebsten drei Mal am Tag den Adventskalender plündern. Am Vorabend hatte ich mit den großen Kindern bis nach 22 Uhr Nikoläuse gebastelt und die Kinder dann instruiert, ihre Schuhe vor die Zimmertüren zu stellen, die sie am nächsten Morgen gefüllt vorfanden. Father Vedastus und die Schwestern kamen am Morgen und wir haben im Wohnzimmer mit allen Kindern und Mitarbeitern Gottesdienst gefeiert.

Am 3. Dezember haben wir ein neues Kind bekommen. Asimwe ist 10 Jahre alt. Sie leidet an einer sehr seltenen Hautkrankheit, die zwar nicht ansteckend ist, das Kind aber sehr entstellt. Gesicht, Kopf, Arme, Hände, Beine, Füße, der gesamte Körper ist mit Wucherungen übersät. Eine Mitarbeiterin hat ihr unzählige Würmer aus den Fingern, Füssen und auch anderen Körperpartien geholt. Teil ihres Problems sind sowohl die mangelhaften hygienischen Lebensumstände als auch ihre Unterernährung. Zumindest daran können wir etwas ändern. Ihre Hauterkrankung ist wohl nicht heilbar und sehr weit fortgeschritten, doch ich hoffe, wir werden ihren Zustand verbessern können. Inzwischen hat sich Asimwe etwas eingelebt, redet und ist fröhlich. Sie hatte jahrelang in einer Hütte für sich alleine gelebt und war nur unzureichend von ihrer Familie versorgt worden. Ich bin stolz auf unsere Kinder, die sie ganz normal behandeln und mit ihr lachen und spielen und sich nicht an ihrem Aussehen stören. Bisher ist Asimwe noch nicht zur Schule gegangen und ich denke, ich werde mit der Einschulung auch noch warten, bis sich ihr Zustand verbessert hat. Die anderen Kinder haben nun bis Anfang Januar Ferien. Im November endet hier das Schuljahr, im Januar fängt das neue Schuljahr an.

Asimwe at her old home/Asimwe in ihrem alten Zuhausee

Asimwe in ihrem alten Zuhause

Die Kinder freuen sich auf Weihnachten und haben wie wohl alle Kinder ziemlich unbescheidene Wünsche. Wir haben 17 Anfragen für die Aufnahme von behinderten Kindern, doch wir nehmen nur die Kinder, die von ihren Familien nicht ausreichend versorgt werden.

Herzliche Grüße und eine gesegnete Adventszeit wünschen
Stefanie Köster, die Kinder und Mitarbeiterinnen des Nikolaushauses

Gebet zum Hl. Nikolaus

Oh, guter Heiliger Nikolaus, der du den Kindern Freude bringst, säe in mein Herz den Geist der Kindheit,
von dem das Evangelium spricht und lehre mich Freude zu verbreiten.
Du, dessen Feiertag uns auf Weihnachten vorbereitet, öffne meinen Glauben für das Geheimnis der Menschwerdung Gottes.
Du, Bischof und Priester, hilf mir, meinen Platz in der Kirche zu finden.
Oh guter Heiliger Nikolaus, Schutzpatron dieses Hauses, wache über alle, die hierhin kommen,
um zu Jesus zu beten, deinem Herrn und ihrem, und wache auch über die, die ich dir heute anvertraue.
Aus  einer unbekannten französischen Gemeinde

Der Nikolaus war da!

Der Nikolaus war da!

Die Kinder während des Gottesdienstes

Die Kinder während des Gottesdienstes

 Father Vedastus segnet die Kinder

Father Vedastus segnet die Kinder

Nikolausfeier mit den Mauritzer Franziskanerinnen und Fr. Vedastus

Nikolausfeier mit den Mauritzer Franziskanerinnen und Fr. Vedastus

...Lebkuchen und Mandazi dürfen nicht fehlen

…Lebkuchen und Mandazi dürfen nicht fehlen

die Tanzgruppe - Magdalena (5.v.l.) von den Nikolauskindern tanzt auch mit

Eröffnungsfeier: 13. Oktober 2011

Eine Gedenktafel zur Erinnerung an die feierliche Eröffnung gehört auch dazu.

Eine Gedenktafel zur Erinnerung an die feierliche Eröffnung gehört auch dazu.


Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses,
Zunächst die gute Nachricht: Wir haben die Eröffnungsfeier des Nikolaushauses am 13.10.2011 gut überstanden!

Und nein, es folgt nun keine schlechte Nachricht. Doch die Ereignisse, die in Afrika häufig eintreten und die man sich für eine Feier nicht wünscht, sind eingetreten. Am Tag vor dem Fest und am Festtag hatten wir keinen Strom, so dass wir bis nach Mitternacht mit Taschenlampe das Haus dekoriert haben, die Digitalkameras nicht aufladen konnten etc. Und dann befinden wir uns mitten in der Regenzeit und die Feier ist sprichwörtlich ins Wasser gefallen.

Am Morgen fing es mit einem sanften Nieselregen an und wir hatten noch Hoffnung. Der Gottesdienst fand vor dem Nikolaushaus statt. Wir hatten Zelte aus Bambusstangen und mit großen Planen aufgestellt. Doch während der Predigt des Bischofs kam der Himmel herunter. Der liebe Gott hat uns gleich kübelweise gesegnet. Einige Bambusstangen brachen unter der Last des vielen Regenwassers zusammen und alle mussten sich im Nikolaushaus in Sicherheit bringen. In Afrika ist Improvisation eine Selbstverständlichkeit und nach einigem Chaos hatten schließlich alle einen Platz im Trockenen gefunden und der Gottesdienst wurde bei strömendem Regen im Innenhof des Nikolaushauses fortgesetzt. Nach der Messe und dem Mittagessen hörte dann auch der Regen auf.

Trotz des Wetters waren mehr als 300 Gäste gekommen, darunter der Bischof, der Weihbischof, der Generalvikar, viele Priester und Schwestern, der Vereinsvorsitzende Herr Werner Schwarz in Begleitung von zwei weiteren Gästen aus Deutschland, offizielle Vertreter der Stadt und Leiter anderer Einrichtungen und Schulen und auch die Familienangehörigen der Kinder, die im Nikolaushaus leben und noch Familien haben.

Trotz der niederen Umstände waren alle guter Laune, fast alle geladenen Gäste kamen, das Nikolaushaus erwies sich als groß genug für alle und es war eine schöne und gelungene Feier.

Seit der Feier vor wenigen Tagen sind bereits sechs Mütter mit ihren behinderten Kindern zu mir gekommen, um Hilfe zu suchen. Dies ist ein deutliches Zeichen, wie dringend Familien mit behinderten Kindern in dieser Gegend Unterstützung brauchen. Das Nikolaushaus soll eine Anlaufstelle für Eltern behinderter Kinder werden, damit diese beraten werden und die Kinder an Therapeuten, Ärzte, Schulen etc. verwiesen werden können. Aufgenommen werden im Nikolaushaus nur die behinderten Kinder, die keine zureichende Pflege in ihren Familien bekommen.

Es bleibt noch viel zu tun, denn wir haben gerade erst begonnen. Die neuen Mitarbeiterinnen müssen geschult und eingearbeitet werden. Wir suchen nach einem Physiotherapeuten, der/die regelmäßig ins Nikolaushaus kommen kann, um mit den Kindern Krankengymnastik zu machen. Auch brauchen wir eine Lehrerin oder einen Lehrer für die behinderten Kinder, die nicht die örtlichen Grundschulen besuchen können.

Ganz herzlich möchte ich mich bei Ihnen allen für Ihre Unterstützung bedanken, denn ohne Ihre finanzielle Hilfe würde es das Nikolaushaus nicht geben. Wir haben im Eingang eine Tafel aufgehängt, um an Sie als Spender zu erinnern und um Ihnen zu danken.

Herzliche Grüße und Gottes Segen, Stefanie Köster und die Kinder und Betreuerinnen des Nikolaushauses

Es begann mit einer feierlichen Messe vor dem Haus...

Es begann mit einer feierlichen Messe vor dem Haus…
...die aufgrund eines heftigen Regengusses während der Predigt in den Innenhof verlegt werde musste

…die aufgrund eines heftigen Regengusses während der Predigt in den Innenhof verlegt werde musste

der Chor

der Chor

die Tanzgruppe - Magdalena (5.v.l.) von den Nikolauskindern tanzt auch mit

Tanzgruppe – Magdalena (5.v.l.) von den Nikolauskindern tanzt auch mit

Bischof Nestor segnet das Nikolaushaus

Bischof Nestor segnet das Nikolaushaus

 Stefanie nimmt die Geschenke der Gäste entgegen.

Stefanie nimmt die Geschenke der Gäste entgegen.

die Gedenktafel

die Gedenktafel

Stefanie hält eine Rede in Kiswahili.

Stefanie hält eine Rede in Kiswahili.

nach dem Regenguss ging die Feier draußen vor dem Haus weiter

nach dem Regenguss ging die Feier draußen vor dem Haus weiter mit der Kakaoband

einheimische Artisten gestalten das Nachmittagsprogramm

einheimische Artisten gestalten das Nachmittagsprogramm

Logo Nikolaushaus Kemondo

Wir sind eingezogen! 17. September 2011

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses!

Am Samstag, den 17.9. sind wir endlich mit den ersten neun Kindern ins Nikolaushaus eingezogen! Und erst heute habe ich Zeit dies mitzuteilen.

Die erste Woche war, wie zu erwarten war, sehr anstrengend und es gab keine ruhige Minute. Jetzt, nach einer Woche habe ich das Gefühl, dass wir alle so langsam angekommen sind und das Nikolaushaus zu unserem Zuhause wird.

Wir haben bisher nur die wichtigsten Möbel wie Betten, Tische und Stühle und einige Haushaltssachen. Um uns herum ist noch Baustelle. Wir holen Regenwasser aus zwei 5000 Liter Tanks in Eimern ins Haus. Es wird noch bis Dezember oder Januar dauern, bis wir fließendes Wasser im Haus haben werden. Zumindest hat im September die Regenzeit begonnen und wir müssen keine Wasserknappheit befürchten.

Im Moment leben eine Pflegemutter, die bereits seit drei Jahren ein schwer-behindertes Mädchen betreut, und ich im Nikolaushaus. Weitere Frauen aus der Nachbarschaft kommen morgens und nachmittags und helfen uns beim Kochen, Waschen, Putzen etc. Die meisten Mitarbeiterinnen sind neu und noch in der Probezeit. Erst nach und nach wird sich eine Routine entwickeln. Die nicht-behinderten Kinder gehen in eine nahegelegene Schule, vier behinderte Kinder sind Zuhause, da es keine passende Schule für sie gibt. Für diese Kinder will ich ab dem nächsten Jahr eine Lehrerin suchen.

Am 13.10.2011 wird die offizielle Eröffnungsfeier mit Bischof Nestor Timanywa, dem Vereinsvorsitzenden des Lebenshilfe für Afrika e.V. Herrn Werner Schwarz und ca. 300 Gästen sein. Es gibt also noch viel zu tun bis dahin!

 Wir haben nun auch endlich eine Webseite: www.nikolaushaus.com

Herzliche Grüße, Stefanie Köster und ein Haus voll lärmender Kinder

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Pfingstgrüße 2011

11.6.2011 Nazalius, Stefanie mit Christoph und Daniel, Helswida mit Aisha

11.6.2011 Nazalius, Stefanie mit Christoph und Daniel, Helswida mit Aisha

 „Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis.In ihm hat alles Bestand. Nichts bleibt verborgen vor ihm. Halleluja.“ Vgl. Weish. 1,7

Herzliche Pfingstgrüße aus Kemondo, Tansania!

Sind wirklich schon 50 Tage seit Ostern vergangen? Der heutige Feiertag ist dem Heiligen Geist gewidmet und ist auch gleichzeitig der  Geburtstag der Kirche. In Kemondo feiern wir beides heute ausgiebig.

Unseren Familienzuwachs im Mai hatte ich ja bereits bekannt gegeben. Inzwischen hat sich Christoph gut bei uns eingelebt. Er ist munter und fröhlich und freut sich, nun Geschwister zu haben, die mit ihm spielen. Wir schätzen, das Christoph knapp 4 Jahre alt ist. Er hat Zerebralparese (Spastik), die seinen gesamten Körper beeinträchtigt. Er wurde vor ca. einem Jahr ausgesetzt und gefunden (!) und das Jugendamt brachte ihn in einem staatlichen Altenheim unter und bat mich nun, Christoph zu nehmen. Wir haben mit Physiotherapie begonnen und ich hoffe, dass Christoph gute Fortschritte machen wird. Er spricht und ist meist sehr gut gelaunt.

Das Nikolaushaus wird jeden Tag wohnlicher. In der einen Hälfte sind bereits die Wände gestrichen. Die Betten sind schon geliefert worden. Zurzeit werden die Bäder installiert. Die andere Hälfte des Nikolaushauses wird gerade bedacht. Wir hoffen, im August einziehen zu können. Strom haben wir bereits, aber uns fehlt noch Wasser! Wir bauen gerade einen großen Tank für Regenwasser. Außerdem soll ein Brunnen gebohrt werden, denn in der Trockenzeit, die gerade begonnen hat, werden wir unseren Regenwasservorrat schnell aufgebraucht haben.

Herzliche Grüße und Gottes Segen,
Stefanie Köster und die Nikolauskinder

9.6.2011 Mariselina mit Daniel 2

9.6.2011 Mariselina mit Daniel

11.6.2011 Christoph, Aisha, Daniel, Anita

11.6.2011 Christoph, Aisha, Daniel, Anita

11.6.2011 Helswida mit Maria

11.6.2011 Helswida mit Maria

25.5.2011 Aisha mit Otto, Daniel, Christoph, Anita mit Paul

25.5.2011 Aisha mit Otto, Daniel, Christoph, Anita mit Paula

 

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Ostergrüße 2011

„Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen, er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der Herr“ – zur Ehre Gottes des Vaters.“ Phil 2,6-11

Dies ist die zweite Lesung des Palmsonntagsgottesdienstes. In wenigen, doch sehr starken Worten fasst Paulus das Geheimnis des Lebens, Sterbens und der Auferstehung Jesu zusammen. Am vergangenen Sonntag wurde Jesus von der Menge gefeiert und mit Palmen begrüßt, in der darauffolgenden (Kar)Woche feiert er das Paschafest mit seinen Jüngern,  er gibt sich selbst im Mahl, wäscht ihnen die Füße. Kurz darauf wird Jesus gefangen genommen, ihm wird Gotteslästerung vorgeworfen und er wird zum Tod verurteilt. Heute feiern wir seine Auferstehung. Das Geheimnis der Auferstehung ist zu groß, als dass es nur an einem Tag begriffen und gefeiert werden kann. Nach Leid und Tod folgt die österliche Freude, in der wir leben dürfen – zur Ehre Gottes!

Diesem Ostergruß möchte ich noch einen Bericht über die Kinder und den Bau des Nikolaushauses anfügen.

Anton (8), Joseph (9), Magdalena (8), Stefan (8) und Maria (14) leben noch immer auf dem Gelände des Krankenhauses in Kagondo (10 km von Kemondo entfernt) bei ihren beiden Pflegemüttern. Joseph und Magdalena sind inzwischen in der zweiten Klasse. Anton und Stefan besuchen noch den Kindergarten. Maria geht nicht zur Schule, weil es für sie (noch) keine spezielle Förderschule gibt. Maria geht es gesundheitlich leider nicht gut. Unter anderem hat sie Epilepsie, was nur schwer mit Medikamenten zu regulieren ist und Laufen fällt ihr immer schwerer.

Aisha und Anita (beide 3,5), die bei mir leben, besuchen mit großer Freude den Kindergarten, der mehr einer Vorschule gleicht. Sie lernen bereits Buchstaben und Zahlen zu lesen und zu schreiben.

Am 18.3. haben wir Familienzuwachs bekommen: Daniel war in dem gleichen Waisenhaus, in dem auch Aisha und Anita waren. Er wurde in diesem Monat drei Jahre alt, ist in seiner Entwicklung allerdings zurück. Aber er kann laufen und ist meistens gut gelaunt und hat sich inzwischen gut bei uns eingelebt. Aisha und Anita nehmen ihren kleinen Bruder oft in die Mitte oder ziehen ihn einfach mit sich. Zusammen mit den beiden Welpen, die Daniel mit Vorliebe abschlecken, wenn er sich nicht schnell genug in Sicherheit bringt, gibt es genug Trubel bei uns. Die fünf Kinder aus Kagondo kommen uns abwechselnd jedes Wochenende in Kemondo besuchen.

Der Bau des Nikolaushauses ging bis Weihnachten in großen Schritten gut voran. In der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr bekamen wir dann Besuch vom Bauamt. Gesetze hätten sich geändert. Kemondo sei nun kein Dorf mehr, sondern eine Stadt, weswegen anderen Vorschriften gelten würden. Mein Bauplan aus Deutschland wurde vom Bauamt nicht anerkannt, ich musste von einem tansanischen Architekten einen neuen Plan anfertigen lassen. Das Grundstück, auf dem wir bauen und das dem Bistum Bukoba gehört, war zudem noch unbebaut, was die Sache zusätzlich verkomplizierte und die Land- und Besitzfrage musste neu geklärt werden. So bekamen wir völlig überraschend einen Baustopp verordnet und es dauerte 2,5 Monate bis wir genügend Dokumente produziert hatten, um vom Bauamt grünes Licht für den Weiterbau zu bekommen. Das Bistum stand in dieser Angelegenheit hinter mir, so dass ich nicht alleine agieren musste.

Am Aschermittwoch bekamen wir dann die Nachricht, dass wir weiterbauen dürfen und seitdem sind wir wieder mit doppeltem Elan dabei. Zum jetzigen Zeitpunkt hat das halbe Nikolaushaus ein Dach, es ist von innen und außen verputz, Türen und Fenster sind eingesetzt, der Betonboden wird gegossen, die Decken werden eingezogen, Strom- und Wasserleitungen sind verlegt worden. Die andere Hälfte des Nikolaushauses ist in den letzten Wochen gebaut worden und auch dort kann nun bald ein Dach drauf.

In der Zeit des Baustopps waren wir nicht untätig. Wir haben einen Vorstand gegründet und die Registrierung des Nikolaushauses beantragt, was wichtig ist für die Inbetriebnahme des Centers. Mein Bauleiter hat die Zeit des Wartens genutzt, um seinen Führerschein zu machen, was mir das Leben nun sehr erleichtert. Nur wenige Leute haben hier einen Führerschein und um Kosten zu sparen, hatte ich alle Transportfahrten der Baumaterialien übernommen. Diese Fahrten kann ich mir nun mit dem Bauleiter teilen.

Angesichts dieser unerwarteten Probleme wage ich keine Prognose mehr zu geben, wann wir in das Nikolaushaus ziehen werden. Das Gebäude kann in ca. 3 Monaten einzugsfertig sein und ich hoffe, dass wir bis dahin auch die Erlaubnis zur Inbetriebnahme haben werden.

Ich füge noch einige aktuelle Fotos an.

Gottes Segen und die Freude der Auferstehung wünschen
Stefanie Köster und die Kinder und Betreuerinnen des Nikolaushauses

24.3.2011 Verputz

24.3.2011 Verputz

 

18.4.2011 Rückseite des Nikolaushauses

18.4.2011 Rückseite des Nikolaushauses

 

4.4.2011 Decke

4.4.2011 Decke

 

4.4.2011 Elektroinstallation

4.4.2011 Elektroinstallation

 

18.4.2011 Mauern

18.4.2011 Mauern

 

2.4.2011 Mauern

2.4.2011 Mauern