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Ostergrüße 2011

„Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen, er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus ist der Herr“ – zur Ehre Gottes des Vaters.“ Phil 2,6-11

Dies ist die zweite Lesung des Palmsonntagsgottesdienstes. In wenigen, doch sehr starken Worten fasst Paulus das Geheimnis des Lebens, Sterbens und der Auferstehung Jesu zusammen. Am vergangenen Sonntag wurde Jesus von der Menge gefeiert und mit Palmen begrüßt, in der darauffolgenden (Kar)Woche feiert er das Paschafest mit seinen Jüngern,  er gibt sich selbst im Mahl, wäscht ihnen die Füße. Kurz darauf wird Jesus gefangen genommen, ihm wird Gotteslästerung vorgeworfen und er wird zum Tod verurteilt. Heute feiern wir seine Auferstehung. Das Geheimnis der Auferstehung ist zu groß, als dass es nur an einem Tag begriffen und gefeiert werden kann. Nach Leid und Tod folgt die österliche Freude, in der wir leben dürfen – zur Ehre Gottes!

Diesem Ostergruß möchte ich noch einen Bericht über die Kinder und den Bau des Nikolaushauses anfügen.

Anton (8), Joseph (9), Magdalena (8), Stefan (8) und Maria (14) leben noch immer auf dem Gelände des Krankenhauses in Kagondo (10 km von Kemondo entfernt) bei ihren beiden Pflegemüttern. Joseph und Magdalena sind inzwischen in der zweiten Klasse. Anton und Stefan besuchen noch den Kindergarten. Maria geht nicht zur Schule, weil es für sie (noch) keine spezielle Förderschule gibt. Maria geht es gesundheitlich leider nicht gut. Unter anderem hat sie Epilepsie, was nur schwer mit Medikamenten zu regulieren ist und Laufen fällt ihr immer schwerer.

Aisha und Anita (beide 3,5), die bei mir leben, besuchen mit großer Freude den Kindergarten, der mehr einer Vorschule gleicht. Sie lernen bereits Buchstaben und Zahlen zu lesen und zu schreiben.

Am 18.3. haben wir Familienzuwachs bekommen: Daniel war in dem gleichen Waisenhaus, in dem auch Aisha und Anita waren. Er wurde in diesem Monat drei Jahre alt, ist in seiner Entwicklung allerdings zurück. Aber er kann laufen und ist meistens gut gelaunt und hat sich inzwischen gut bei uns eingelebt. Aisha und Anita nehmen ihren kleinen Bruder oft in die Mitte oder ziehen ihn einfach mit sich. Zusammen mit den beiden Welpen, die Daniel mit Vorliebe abschlecken, wenn er sich nicht schnell genug in Sicherheit bringt, gibt es genug Trubel bei uns. Die fünf Kinder aus Kagondo kommen uns abwechselnd jedes Wochenende in Kemondo besuchen.

Der Bau des Nikolaushauses ging bis Weihnachten in großen Schritten gut voran. In der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr bekamen wir dann Besuch vom Bauamt. Gesetze hätten sich geändert. Kemondo sei nun kein Dorf mehr, sondern eine Stadt, weswegen anderen Vorschriften gelten würden. Mein Bauplan aus Deutschland wurde vom Bauamt nicht anerkannt, ich musste von einem tansanischen Architekten einen neuen Plan anfertigen lassen. Das Grundstück, auf dem wir bauen und das dem Bistum Bukoba gehört, war zudem noch unbebaut, was die Sache zusätzlich verkomplizierte und die Land- und Besitzfrage musste neu geklärt werden. So bekamen wir völlig überraschend einen Baustopp verordnet und es dauerte 2,5 Monate bis wir genügend Dokumente produziert hatten, um vom Bauamt grünes Licht für den Weiterbau zu bekommen. Das Bistum stand in dieser Angelegenheit hinter mir, so dass ich nicht alleine agieren musste.

Am Aschermittwoch bekamen wir dann die Nachricht, dass wir weiterbauen dürfen und seitdem sind wir wieder mit doppeltem Elan dabei. Zum jetzigen Zeitpunkt hat das halbe Nikolaushaus ein Dach, es ist von innen und außen verputz, Türen und Fenster sind eingesetzt, der Betonboden wird gegossen, die Decken werden eingezogen, Strom- und Wasserleitungen sind verlegt worden. Die andere Hälfte des Nikolaushauses ist in den letzten Wochen gebaut worden und auch dort kann nun bald ein Dach drauf.

In der Zeit des Baustopps waren wir nicht untätig. Wir haben einen Vorstand gegründet und die Registrierung des Nikolaushauses beantragt, was wichtig ist für die Inbetriebnahme des Centers. Mein Bauleiter hat die Zeit des Wartens genutzt, um seinen Führerschein zu machen, was mir das Leben nun sehr erleichtert. Nur wenige Leute haben hier einen Führerschein und um Kosten zu sparen, hatte ich alle Transportfahrten der Baumaterialien übernommen. Diese Fahrten kann ich mir nun mit dem Bauleiter teilen.

Angesichts dieser unerwarteten Probleme wage ich keine Prognose mehr zu geben, wann wir in das Nikolaushaus ziehen werden. Das Gebäude kann in ca. 3 Monaten einzugsfertig sein und ich hoffe, dass wir bis dahin auch die Erlaubnis zur Inbetriebnahme haben werden.

Ich füge noch einige aktuelle Fotos an.

Gottes Segen und die Freude der Auferstehung wünschen
Stefanie Köster und die Kinder und Betreuerinnen des Nikolaushauses

24.3.2011 Verputz

24.3.2011 Verputz

 

18.4.2011 Rückseite des Nikolaushauses

18.4.2011 Rückseite des Nikolaushauses

 

4.4.2011 Decke

4.4.2011 Decke

 

4.4.2011 Elektroinstallation

4.4.2011 Elektroinstallation

 

18.4.2011 Mauern

18.4.2011 Mauern

 

2.4.2011 Mauern

2.4.2011 Mauern

 

  • NIKOLAUSHAUS e.V. St. Nicholaus Children´s Center, Kemondo
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