5.12.2012 Bischof Christoph

Nikolaus 2012

Bereitet dem Herrn den Weg. 
Ebnet ihm die Straßen!
  Matthäus 3,3
5.12.2012 Die frisch geweihten Bischöfe!

5.12.2012 Die frisch geweihten Bischöfe!

Das Kindlein
Das Kindlein, das Maria hält,
ist Gottes Sohn, der Herr der Welt,
gebor’n so arm auf Erden. Es kommt zu uns das heil’ge Kind,
die wir so arg verworren sind
in Not und viel Beschwerden. Der Heiland ist es und der Held,
der wider alle Feind sich stellt
auf dieser dunklen Erde. Und wer es mit dem Kinde wagt,
am Ende muß ganz unverzagt,
sehr stark und fröhlich werden. (Alter Weihnachtsspruch)


Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses,

die Adventszeit steht vor der Tür. Wir erwarten die Ankunft Jesu, die Menschwerdung Gottes. 2009 bin ich in dieser Zeit nach Tansania zurückgekehrt und habe mit den Vorbereitungen zum Bau des Nikolaushauses begonnen.

Inzwischen leben wir seit über einem Jahr im Nikolaushaus und freuen uns auf unsere zweite Nikolausfeier und gemeinsames Weihnachtsfest. Praktikantin Victoria stickt eifrig die Zahlen auf die Säckchen des Adventskalenders, die wir dann noch füllen und aufhängen müssen.Der Advent ist ein Blick nach vorne in Erwartung dessen, was Gott uns verheißen hat. Unsere Kinder sind ein Zeichen, dass niemand von uns aus eigner Leistung, aus eigenem Verdienst kommt, sondern allein ein Geschenk Gottes ist.

9 unserer insgesamt 15 Kinder besuchen die örtlichen Grundschulen. Ab Dezember haben sie Schulferien und im Januar fängt das neue Schuljahr an. Leider haben fast alle unsere Kinder Lernprobleme, wofür das hiesige Schulsystem kein Verständnis aufbringt. Das neue Gebäude der Outpatient Clinic ist nun eröffnet. Jeden Samstag findet dort Krankengymnastik und Beratung für behinderte Kinder und ihre Familien aus der Umgebung von Kemondo statt. Seit Oktober nutzen wir das gleiche Gebäude auch wochentags. Eine junge Montessori-Kindergärtnerin fördert dort spielerisch Christoph, Mtagwaba, Steven und Maria. Maria hat vor kurzem ihren 16. Geburtstag gefeiert, doch ihre Leidenschaft für Puppen hat sie noch nicht abgelegt und freut sich immer, wenn sie in den Kindergarten gehen kann.

Dank Ihrer Unterstützung können wir diese Arbeit leisten, weitere Kinder ins Nikolaushaus aufnehmen, mehr Mitarbeiterinnen einstellen und fachlich schulen und unser Angebot zur Therapie und Hilfe auf die Familien mit behinderten Kindern im Umkreis von Kemondo ausdehnen.

Im Namen aller Kinder und Mitarbeiter des Nikolaushauses bedanke ich mich ganz herzlich. Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gutes Neues Jahr, Stefanie Köster

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26.5.2012 St. Nicholaus Outpatient Clinic

Pfingsten 2012

„Herr sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu.“

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses!

Am heutigen Pfingstfest feiern wir das Herabkommen des Heiligen Geistes und den Beginn der Kirche. In Kemondo findet gerade eine große Feier bei strahlendem Sonnenschein statt.


Seit Ostern haben wir zwei neue Kinder bekommen. Annajoyce ist 6 Jahre alt. Sie hat Spina Bifida (offener Rücken). Aufgrund dieser Behinderung hat sie keine Kontrolle über Stuhl und Urin, doch sie lernt damit umzugehen. Sie geht nun mit Aisha und Anita in den Kindergarten und kommt dort gut zurecht. Sie kann kurze Distanzen laufen. Ihre Mutter verstarb im Oktober vergangenen Jahres. Annajoyce und ihre 4 Geschwister zogen danach zur Oma. Die Familie wohnt ca. eine Stunde Fußmarsch vom Nikolaushaus entfernt und ihre Oma und Geschwister haben sie bereits mehrfach besucht.

In der gleichen Woche, in der Annajoyce kam, kam auch Chiara zu uns. Die Schulleiterin der Schule, die unsere Kinder besuchen, berichtete mir von einer sehr kranken Mutter und einem Vater, der sich nicht um das Kind kümmern könne. Wir verabredeten einen Besuchstermin. Auf dem Weg zu der Familie erfuhr ich, dass die Mutter am Vortag verstorben war. Ohne es vorher zu wissen, kam ich zur Beerdigung der Mutter. Die Familie hat eine Lehmhütte zwischen Bananenstauden und dort wurde die Frau auch beerdigt. Drei Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter weinten bei der Beerdigung ihrer Mutter. Jemand ging in die Hütte und holte einen ca. 4 Monate alten Säugling heraus und legte mir das Mädchen in die Arme. Der Vater des Babys bat mich, das Kind zu nehmen. Ich erfuhr, dass die Kleine bereits 10 Monate alt war und nur noch 5 kg wog. Mein Verdacht, dass die Kleine an AIDS erkrankt ist und ihre Mutter wahrscheinlich an dieser Krankheit verstorben ist, wurde mir mit dem HIV Test am nächsten Tag bestätigt. Heute, anderthalb Monate später, wiegt Chiara bereits 6 kg. Sie hat einen guten Appetit, spielt und lacht und ist dabei, ihre Entwicklungsrückstände so schnell wie möglich aufzuholen. Am 1.6. feiern wir ihren 1. Geburtstag. Ihre drei älteren Geschwister haben einen anderen Vater und leben derzeit bei den Großeltern.

So haben wir nun 13 Kinder – 7 Mädchen und 6 Jungen. 7 Kinder haben Behinderungen, zwei Kinder sind HIV positiv. Es ist nicht leicht, den Bedürfnissen all unserer Kinder gerecht zu werden. Ich suche nach weiteren Mitarbeiterinnen, damit wir alle mit der Pflege der Kinder entlastet sind und Zeit haben, uns den Kindern selbst widmen zu können. Eine Schweizer Heilpädagogin kommt nun mehrmals wöchentlich zu uns und berät uns im richtigen Umgang mit den Kindern. Es ist schwierig, Mitarbeiterinnen mit einer Ausbildung zu finden und so bin ich froh über die Schulungen und Anleitungen durch die Heilpädagogin.

Haustiere sind auch bei uns eingezogen: Wir haben zwei Hunde, zwei Katzen, zwei Hasen, drei Hühner und einen Hahn. Wir haben ein Feld mit Bananenstauden angelegt und einen Gemüsegarten angepflanzt, von dem wir bereits geerntet haben.

Die St. Nicholaus Outpatient Clinic für behinderte Kinder aus der Umgebung findet an jedem Samstagvormittag statt und wird gut besucht. Die Mütter kommen gerne mit ihren Kindern. Es tut ihnen gut, sich mit anderen Müttern behinderter Kinder austauschen zu können und den Kindern tut die Therapie gut. Das entsprechende Gebäude ist fast fertig. Wir hoffen, dass wir ab Juli die Klinik dort statt wie bisher in unserem Wohnzimmer abhalten können. Ich plane, Mitte oder Ende August für mindestens vier Wochen nach Deutschland zu kommen. Die genauen Reisetermine habe ich noch nicht.

Wir wünschen Ihnen frohe Pfingsten und danken Ihnen für Ihre Unterstützung!!!
Stefanie Köster, die Kinder und die Mitarbeiterinnen des Nikolaushauses

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03.04.2012 Gruppenbild mit Kindern, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen

Ostern 2012

 „Ich bin erstanden und bin immer bei dir. Halleluja. Du hast deine Hand auf mich gelegt. Halleluja. Wie wunderbar ist für mich dieses Wissen. Halleluja.“ vgl. Ps 139,18.5-6

Group picture with children, staff and volunteers April 3, 2012/ Gruppenbild mit Kindern, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen 3.4.2012

Gruppenbild mit Kindern, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen 3.4.2012

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses!

Herzliche Ostergrüße von den Kindern und Betreuerinnen! Zurzeit sind auch hier Osterferien. Osterhasen und Ostereier gibt es in Tansania nicht, doch wir haben aus Margarinedosen und Bananenblättern Osternester gebastelt und mit Süßigkeiten gefüllt. Am Ostersonntag wollen wir nach dem Gottesdienst mit allen Kindern an den Strand fahren und dort den Tag verbringen.

Wir leben nun seit 7 Monaten im Nikolaushaus und sind allmählich zu einer Familie gewachsen. Seit Januar arbeiten zwei franziskanische Ordensschwestern bei uns. Wir haben feste Mitarbeiterinnen und teilen uns die Arbeit nach unserem Bedarf und Fähigkeiten auf.

Von Februar bis einschließlich April lebt eine Praktikantin aus Deutschland mit uns. Sie kommt wunderbar mit den Kindern und den Mitarbeiterinnen zurecht und wir freuen uns, sie bei uns zu haben. Im März kamen zwei weitere junge Frauen, die eine Ausbildung zur Ergotherapie machen und dazu ein Praktikum benötigten. Die Kinder freuen sich über so viel Aufmerksamkeit. Für uns sind die Praktikantinnen eine große Hilfe.

Seit Dezember lebt Asimwe bei uns. Asimwe ist 12 Jahre alt. Sie hat eine Hautkrankheit, die nicht ansteckend ist, das Kind aber sehr entstellt. Außerdem ist sie schwerhörig, wurde bisher schwer vernachlässigt und ging nicht zur Schule. In kleinen Schritten sehen wir langsam Fortschritte. Seit Januar geht sie in die Kindergartenklasse der örtlichen Grundschule. Sie ist stolz, nun endlich auch ein Schulkind zu sein. Bzgl. ihrer Hauterkrankung versuchen wir verschiedene Medikamente und bekommen auch Rat von Dermatologen aus Deutschland. Das große Wunder ist allerdings noch nicht eingetreten. Eine effektive Behandlung ist in Tansania nicht möglich. Doch Asimwe lacht viel und hat wieder Spaß am Leben. Wir haben entdeckt, dass sie sehr geschickt ist mit ihren Händen und sehr gut Handarbeiten machen kann.

    Asimwe at her old home/Asimwe in ihrem alten Zuhause

Asimwe at her old home/Asimwe in ihrem alten Zuhause

Christoph geht seit einigen Wochen in den Kindergarten. Er hat eine starke Spastik und ist auf viel Hilfe angewiesen. Doch geistig ist er sehr rege, er redet viel und lacht noch mehr und er erobert sich alle Menschen mit seinem Charme. Er ist sehr stolz, ein Kindergartenkind zu sein.

Von unseren insgesamt 11 Kindern sind 6 Kinder geistig und / oder körperlich behindert. Wir sind froh, für drei der behinderten Kinder Schul- und Kindergartenplätze in der Nähe gefunden zu haben. Nur drei Kinder gehen aufgrund ihrer geistigen Behinderungen nicht zur Schule. Für diese Kinder haben wir Lernziele formuliert, die wir im Alltag umsetzen. Eine Schweizer Heilpädagogin kommt zweimal wöchentlich zu uns, um uns fachlichen Rat und Anleitung im Umgang mit den behinderten Kindern zu geben.

Jeden Samstag findet im Nikolaushaus nun eine ambulante Klinik statt, die „St. Nicholaus Outpatient Clinic“. Eltern behinderter Kinder aus der Umgebung kommen zu dieser Klinik. Ein Physiotherapeut, der in einem nahgelegenen Krankenhaus arbeitet, stellt die Diagnosen, macht Krankengymnastik mit den Kindern und verschreibt bei Bedarf Medikamente. Viele Kinder haben sowohl Zerebralparese (Spastik) als auch Epilepsie. Einige Kinder, die zur ambulanten Klinik gebracht werden, müssen operiert werden oder die Eltern suchen eine geeignete Schule für ihr Kind. Auch dabei helfen wir den Eltern, denn Ziel der Klinik ist es, die Eltern behinderter Kinder zu unterstützen. Seit unserem Einzug ins Nikolaushaus im September 2011 waren bereits 33 Eltern – zumeist Mütter – mit ihren behinderten Kindern bei uns, um Hilfe zu suchen.
Bisher findet die Klinik in unserem Wohnzimmer statt. Der Raum wird auf Dauer nicht ausreichen. Auch brauchen wir weitere Büroräume. So haben wir im März mit dem Bau der „St. Nicholaus Outpatient Clinic“ begonnen. In dem Gebäude werden sich drei Büroräume, ein kleines Bad und ein großer Mehrzweckraum befinden.

Anfragen zur Aufnahme ins Nikolaushaus haben wir viele. Wichtig ist dabei aber die familiäre Situation. Nur wenn das Kind nicht von der eigenen Familie versorgt werden kann, wenden wir uns zuerst an das Jugendamt. Vergangene Woche habe ich einen Hausbesuch gemacht. Die Mutter war schwanger und starb plötzlich an Komplikationen. Das war im Oktober 2011. Der Vater ist mit den 5 Kindern, von denen das jüngste 3 Jahre und das älteste 15 Jahre alt ist, überfordert. Die Oma kümmert sich nun um alle Kinder, die die Trauer um den Verlust ihrer Mutter erst noch verarbeiten müssen. Annajoyce ist 6 Jahre alt und das zweitjüngste Kind. Sie hat Spina Bifida („offener Rücken“) und ist bis heute nicht operiert worden. Immerhin kann das Kind laufen und ihre Oma versorgt sie, so gut sie kann. Aufgrund ihrer Behinderung hat sie keine Kontrolle über Urin und Stuhlgang, ein Grund, weswegen sie nicht zur Schule geht. Wir sind im Begriff, mit der Familie und dem Jugendamt zu klären, ob es gut für Annajoyce wäre, zu uns ins Nikolaushaus zu ziehen.


Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus unserem Leben. Unser Alltag ist laut, bunt, lebendig und fröhlich! Wir wünschen Ihnen allen ein frohes Osterfest und danken Ihnen für Ihre Unterstützung!!!
Stefanie Köster, die Kinder und die Mitarbeiterinnen des Nikolaushauses

Gott ist für die Kleinen da. Er nimmt in seinem Erbarmen alle in die Arme. Nicht wegen irgendwelcher Erfolge oder des Nachweises besonderer Leistungen. Er schaut auf die Nöte und Bedürfnisse. In seinem Namen wird Jesus sagen: Selig die Armen und Leidenden, selig die Verfolgten und Hungernden. Entweder ist das Christentum die Partei der Schwachen, oder es hat seinen Auftrag nicht erfüllt.“ Reflektion zur Osternacht aus dem Laacher Messbuch 2012, S. 369
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  • NIKOLAUSHAUS e.V. St. Nicholaus Children´s Center, Kemondo
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