Philipp

Nach 25 Stunden im Auto bzw. im Flugzeug bin ich zusammen mit einer zweiten Freiwilligen namens Kathi endlich in Kemondo angekommen. Kemondo liegt an der Kemondo Bay des Victoriasees unweit von Bukoba. Das Dorf besteht aus einigen Häusern an der Hauptstraße jeweils mit „Geschäft“ davor. Dazu kommen weit in der Landschaft verstreute Hütten. Ich wurde von den Kindern und den Angestellten herzlich empfangen und mir wurde das Haus gezeigt.

Bildschirmfoto 2015-10-24 um 17.22.26Das Haus liegt etwas außerhalb des Örtchens und man benötigt in etwa 10 Minuten zu Fuß zum Victoriasee. Am 2. Tag bekam ich dann einen Plan wann und wo ich in der ersten Woche mithelfen darf.

Es gibt 4 Dienste. Der erste morgens von 6-9 beinhaltet Toastschmieren für in etwa 20 Kinder und Aufwecken bzw. Zähneputzen bei den Kleinen. Für die Großen Kinder geht es dann in die Schule, welche schon in der primary school teils jeden Tag bis 5 Uhr geht. Die kleinen und behinderten Kinder gehen in einen Teil des Hauses und bekommen dort eine Mischung aus Kindergarten und Vorschule geboten. Hier mitzuhelfen von 9 bis 13 Uhr ist die 2. Schicht. Diese Endet nach dem Mittagessen bei welchem man noch Füttern und Spülen hilft. Mittags geht es dann für die Kleinen nochmals in eine Art Schule wo man von 13-17 Uhr mithilft. Die letzte Schicht beginnt um 17 Uhr und beinhaltet Waschen und nochmals Füttern sowie ins Bettbringen der Kinder. Täglich hab ich 2 dieser Dienste bis auf 2 Tagen an denen ich pro Woche frei habe. Nebenbei helfe ich den älteren Kindern bei den Hausaufgaben (meist Mathe). Da sie auf eine englischsprachige Schule gehen, die 300 Euro jährlich (ein Vermögen) kostet klappt das auch einigermaßen gut.

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Außer diesen 6 Kindern und 2 Ordensschwestern die hier arbeiten kann keiner Englisch. Das macht die Kommunikation mit den Mitarbeitern und kleinen Kindern schwierig. Aber die wichtigsten Wörter kann ich immer mehr und zur Not verständigt man sich mit Hand und Fuß. Zu essen Gibt es Reis, Kochbananen, Ugali (irgendwie so wird das ausgesprochen ist eine weiße Pampe die nach nichts schmeckt) und ab und zu Spaghetti. Dazu meistens Bohnen und ab und zu Gemüse oder Fleisch. Auch typisch ist der Tee welcher hauptsächlich aus Zucker besteht. Bei meiner Ankunft waren so in etwa 70% der Kinder krank, seien es die weit verbreiteten Würmer Grippe oder Malaria. Zum Glück bin ich bis auf einen Schnupfen verschont geblieben. Als die meisten Kinder wieder gesund waren sind Kathi 2 Kinder und ich zusammen mit dem Fahrrad nach Bukoba gefahren (ca.25 km)und wurden dort dann von Steffi, der Heimleiterin abgeholt. 5 Tage danach bin ich dann ein zweites Mal mit einem Jungen aus dem Dorf hin und wieder zurück gefahren. Da es auf der Hälfte der Strecke angefangen hat zu schütten und mein Fahrrad kein Schutzblech hat war ich danach voll mit rotem Matsch. Auch insgesamt wird man durch Dreckige Kinderhände, Marmeladenküsse, dreckige Schuhe usw. so schnell dreckig, dass es sich fast nicht lohnt die Klamotten zu Waschen. Per Handwäsche bekomm ich jedoch wenigstens einigermaßen den Dreck wieder aus den Klamotten. Das ist für den Sonntag auch wichtig da sich die Menschen sich für den Gottesdienst richtig aufbrezeln. Dieser dauert auch um einiges länger als in Deutschland man muss schon 2 Stunden in etwa rechnen, was aber für die Verhältnisse hier kurz ist. Natürlich haben wir auch meinen Geburtstag gefeiert und zwar zusammen mit allen Kindern die im September geboren sind. Das ist aber eher untypisch für Tansania da hier Geburtstage eigentlich nicht gefeiert werden. Genaueres seht ihr ja auf den Bildern.
Liebe Grüße aus Tansania

Hallo liebe Freund, Verwandte und Familie,

Jetzt da ich nun schon ein halbes Jahr in Tansania bin, kann ich wieder einiges berichten, was so in den letzten Monaten passiert ist. Ich habe2 Scouttrips mit den Kids gemacht und eine Reise nach Dar es Salaam (der größten Stadt in Tansania) unternommen. Die Pfadfindergruppe bestehend aus rund 20 Kindern und mir wurde von einer früheren Freiwilligen zusammen mit dem Priester des Dorfes gegründet. Der erste Scouttrip fand noch vor Weihnachten statt. Zuerst sind wir ca. 4 Stunden gewandert, bis wir dann in dem Wald ankamen, in dem wir 2 Nächte übernachten wollten. Dann wurde ein Zelt aus 2 Plastikplanen und Stöcken zusammengebastelt und einige Kinder gingen Feuerholz sammeln. Danach wurden über dem Feuer Reis und Bohnen gekocht. Wir spielten Fußball und haben ein riesen Lagerfeuer gemacht. Nachts ließ der Mut bei den Scouts jedoch etwas nach, da eine Eule im Wald schrie. In Tansania herrscht teilweise der Aberglaube, dass Eulen Hexen sind, die Menschen fressen und verfluchen (das denken auch viele Erwachsenen) und somit haben sich die Kinder ganz schnell ins Bett vekrochen. Zur Toilette zu gehen war äußerst schwierig. Zurück ging es dann in Steffis Auto.

Als nächstes stand dann das Weihnachfest an. Bei angenehmen 30° aßen zuerst alle zusammen, danach gab es die Weihnachtsgeschichte und dann natürlich Geschenke. Die meisten Kinder bekamen Radios oder Kleidung. Auch ich bekam ein T Shirt geschenkt. Für Steffi( die Leiterin) hatte ich mit den Kindern einen Film gemacht (die Supernanni) . Danach durften die Kinder TV gucken und ich fuhr mit den großen Kids und den Mamas in die Kirche. Am nächsten Tag gingen dann alle nach Bukoba am Strand essen.

Interessant war auch die darauffolgende Reise nach Dar es Salaam und Sansibar. Zuerst fuhr ich mit dem Bus nach Mwanza wo ich mich mit einem weiteren Freiwilligen traf der auch nach Dar es Salaam ging. Von dort aus ging es dann 19 Stunden im viel zu kleinen Reisebus nach Dar es Salaam. Nach dem Seminar dort gingen wir dann zu fünft weiter nach Sansibar, einer Insel im Indischen Ozean wo wir eine Woche Urlaub machten. Besonders schön sind die Strände dort sowie das leckere Essen. Nach 2 1/2 Wochen und einer ewig langen Rückfahrt kam ich dann wieder im Nikolaushaus an. Dort waren gerade zwei frühere Freiwillige zu Besuch mit welchen wir dann nochmal einen Scouttrip machten. Diesmal gab es aber vorgekochtes Essen und nur eine Übernachtung. Abends kam ein Priester zu Besuch. Er sang zusammen mit den kids und erzählte spannende Geschichten. Dabei saßen wir um ein großes Lagerfeuer. Anbei sind ja auch einige Eindrücke von den Scouttrips sowie von Sansibar.

Liebe Grüße aus dem sonnigen Tansania und frohe Ostern

Philipp

  • NIKOLAUSHAUS e.V. St. Nicholaus Children´s Center, Kemonodo
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