03.04.2012 Gruppenbild mit Kindern, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen

Ostern 2012

 „Ich bin erstanden und bin immer bei dir. Halleluja. Du hast deine Hand auf mich gelegt. Halleluja. Wie wunderbar ist für mich dieses Wissen. Halleluja.“ vgl. Ps 139,18.5-6

Group picture with children, staff and volunteers April 3, 2012/ Gruppenbild mit Kindern, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen 3.4.2012

Gruppenbild mit Kindern, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen 3.4.2012

Liebe Freunde und Unterstützer des Nikolaushauses!

Herzliche Ostergrüße von den Kindern und Betreuerinnen! Zurzeit sind auch hier Osterferien. Osterhasen und Ostereier gibt es in Tansania nicht, doch wir haben aus Margarinedosen und Bananenblättern Osternester gebastelt und mit Süßigkeiten gefüllt. Am Ostersonntag wollen wir nach dem Gottesdienst mit allen Kindern an den Strand fahren und dort den Tag verbringen.

Wir leben nun seit 7 Monaten im Nikolaushaus und sind allmählich zu einer Familie gewachsen. Seit Januar arbeiten zwei franziskanische Ordensschwestern bei uns. Wir haben feste Mitarbeiterinnen und teilen uns die Arbeit nach unserem Bedarf und Fähigkeiten auf.

Von Februar bis einschließlich April lebt eine Praktikantin aus Deutschland mit uns. Sie kommt wunderbar mit den Kindern und den Mitarbeiterinnen zurecht und wir freuen uns, sie bei uns zu haben. Im März kamen zwei weitere junge Frauen, die eine Ausbildung zur Ergotherapie machen und dazu ein Praktikum benötigten. Die Kinder freuen sich über so viel Aufmerksamkeit. Für uns sind die Praktikantinnen eine große Hilfe.

Seit Dezember lebt Asimwe bei uns. Asimwe ist 12 Jahre alt. Sie hat eine Hautkrankheit, die nicht ansteckend ist, das Kind aber sehr entstellt. Außerdem ist sie schwerhörig, wurde bisher schwer vernachlässigt und ging nicht zur Schule. In kleinen Schritten sehen wir langsam Fortschritte. Seit Januar geht sie in die Kindergartenklasse der örtlichen Grundschule. Sie ist stolz, nun endlich auch ein Schulkind zu sein. Bzgl. ihrer Hauterkrankung versuchen wir verschiedene Medikamente und bekommen auch Rat von Dermatologen aus Deutschland. Das große Wunder ist allerdings noch nicht eingetreten. Eine effektive Behandlung ist in Tansania nicht möglich. Doch Asimwe lacht viel und hat wieder Spaß am Leben. Wir haben entdeckt, dass sie sehr geschickt ist mit ihren Händen und sehr gut Handarbeiten machen kann.

    Asimwe at her old home/Asimwe in ihrem alten Zuhause

Asimwe at her old home/Asimwe in ihrem alten Zuhause

Christoph geht seit einigen Wochen in den Kindergarten. Er hat eine starke Spastik und ist auf viel Hilfe angewiesen. Doch geistig ist er sehr rege, er redet viel und lacht noch mehr und er erobert sich alle Menschen mit seinem Charme. Er ist sehr stolz, ein Kindergartenkind zu sein.

Von unseren insgesamt 11 Kindern sind 6 Kinder geistig und / oder körperlich behindert. Wir sind froh, für drei der behinderten Kinder Schul- und Kindergartenplätze in der Nähe gefunden zu haben. Nur drei Kinder gehen aufgrund ihrer geistigen Behinderungen nicht zur Schule. Für diese Kinder haben wir Lernziele formuliert, die wir im Alltag umsetzen. Eine Schweizer Heilpädagogin kommt zweimal wöchentlich zu uns, um uns fachlichen Rat und Anleitung im Umgang mit den behinderten Kindern zu geben.

Jeden Samstag findet im Nikolaushaus nun eine ambulante Klinik statt, die „St. Nicholaus Outpatient Clinic“. Eltern behinderter Kinder aus der Umgebung kommen zu dieser Klinik. Ein Physiotherapeut, der in einem nahgelegenen Krankenhaus arbeitet, stellt die Diagnosen, macht Krankengymnastik mit den Kindern und verschreibt bei Bedarf Medikamente. Viele Kinder haben sowohl Zerebralparese (Spastik) als auch Epilepsie. Einige Kinder, die zur ambulanten Klinik gebracht werden, müssen operiert werden oder die Eltern suchen eine geeignete Schule für ihr Kind. Auch dabei helfen wir den Eltern, denn Ziel der Klinik ist es, die Eltern behinderter Kinder zu unterstützen. Seit unserem Einzug ins Nikolaushaus im September 2011 waren bereits 33 Eltern – zumeist Mütter – mit ihren behinderten Kindern bei uns, um Hilfe zu suchen.
Bisher findet die Klinik in unserem Wohnzimmer statt. Der Raum wird auf Dauer nicht ausreichen. Auch brauchen wir weitere Büroräume. So haben wir im März mit dem Bau der „St. Nicholaus Outpatient Clinic“ begonnen. In dem Gebäude werden sich drei Büroräume, ein kleines Bad und ein großer Mehrzweckraum befinden.

Anfragen zur Aufnahme ins Nikolaushaus haben wir viele. Wichtig ist dabei aber die familiäre Situation. Nur wenn das Kind nicht von der eigenen Familie versorgt werden kann, wenden wir uns zuerst an das Jugendamt. Vergangene Woche habe ich einen Hausbesuch gemacht. Die Mutter war schwanger und starb plötzlich an Komplikationen. Das war im Oktober 2011. Der Vater ist mit den 5 Kindern, von denen das jüngste 3 Jahre und das älteste 15 Jahre alt ist, überfordert. Die Oma kümmert sich nun um alle Kinder, die die Trauer um den Verlust ihrer Mutter erst noch verarbeiten müssen. Annajoyce ist 6 Jahre alt und das zweitjüngste Kind. Sie hat Spina Bifida („offener Rücken“) und ist bis heute nicht operiert worden. Immerhin kann das Kind laufen und ihre Oma versorgt sie, so gut sie kann. Aufgrund ihrer Behinderung hat sie keine Kontrolle über Urin und Stuhlgang, ein Grund, weswegen sie nicht zur Schule geht. Wir sind im Begriff, mit der Familie und dem Jugendamt zu klären, ob es gut für Annajoyce wäre, zu uns ins Nikolaushaus zu ziehen.


Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus unserem Leben. Unser Alltag ist laut, bunt, lebendig und fröhlich! Wir wünschen Ihnen allen ein frohes Osterfest und danken Ihnen für Ihre Unterstützung!!!
Stefanie Köster, die Kinder und die Mitarbeiterinnen des Nikolaushauses

Gott ist für die Kleinen da. Er nimmt in seinem Erbarmen alle in die Arme. Nicht wegen irgendwelcher Erfolge oder des Nachweises besonderer Leistungen. Er schaut auf die Nöte und Bedürfnisse. In seinem Namen wird Jesus sagen: Selig die Armen und Leidenden, selig die Verfolgten und Hungernden. Entweder ist das Christentum die Partei der Schwachen, oder es hat seinen Auftrag nicht erfüllt.“ Reflektion zur Osternacht aus dem Laacher Messbuch 2012, S. 369
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  • NIKOLAUSHAUS e.V. St. Nicholaus Children´s Center, Kemonodo
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