Katharina Emmerich

IMG_0684aHallo ihr Lieben,
meine erste Woche Afrika ist jetzt schon fast um und ich bin, wie zu erwarten, völlig begeistert von diesem unglaublichen Land. Hier im Nikolaushaus ist es soweit echt toll, die Kinder sind zum Knuddeln und alle bemühen sich sehr, dass Phillip und ich auch ohne gute Sprachkenntnisse mitkommen und verstehen, was gemacht werden soll. Zudem haben ich ein eigenes Zimmer, was bei dem Gewusel hier echt manchmal ein Segen ist. Stefanie, die Leiterin des Nikolaushauses, nimmt mich viel mit in die Umgebung um Erledigungen zu machen. Wir waren schon im Babywaisenheim im nächsten Dorf, auf dem Markt in Kemondo zum Lebensmittel einkaufen, in Bukoba-Stadt und bei den Schwestern im Dorf. Die Kinder sind umwerfend. Die älteren (ca. 13 Jahre alt) gehen auf eine Privatschule, in der sie auch Englisch lernen, was die Kommunikation mit ihnen sehr erleichtert. Mit denen waren wir auch schon am Victoriasee – der ist so groß, dass man am Strand denkt, man sei am Meer. Total schön. Die Kleineren sind bezaubernd, weil sie mich überfallen, abknutschen, Katti rufen und mit mir spielen, obwohl ich noch nicht ihre Sprache spreche. Insgesamt sind es zur Zeit 23 Kinder plus die zwei adoptierten Mädchen von Stefanie. Im Oktober bekommen wir noch einen ganz kleinen Zwerg von 13 Monaten, der ein Geschwisterchen von zwei Kindern hier im Heim ist. Die Mama ist tragischerweise vor Kurzem im See ertrunken, weil sie einen epileptischen Anfall hatte.
Ich weiß ja nicht wie das Wetter bei euch so ist, aber wir haben jeden Tag nette 25-27°C mit angenehmem Wind und da bald die Regenzeit einsetzen wird, hatten wir auch schon den ersten richtigen Wolkenbruch, in dem es innerhalb von kurzer Zeit angefangen hat zu regnen, dann ungefähr eine Stunde geschüttet hat, sich die Wolken verzogen haben und wieder strahlender Sonnenschein war. Unglaublich.
Was noch sehr „verwirrend“ ist, ist der Auf- und Untergang der Sonne. Hier wird es erst gegen kurz vor 6 morgens hell und bereits um 20 Uhr ist es stockfinstere Nacht, wo es auch schön abkühlt und ich abends lange Sachen anziehen muss.
Auf dem Markt haben Stefanie und ich noch einen tollen Stoff gekauft, aus dem ich bald einen Rock geschneidert bekomme – das ist günstig und voll stilecht. Die geschneiderten Kleider sehen toll aus und sind im Übrigen auch viel angenehmer als Hosen, wenn man den ganzen Tag Kinder rumschleppt und es so warm ist.
Also ihr merkt, ich fühle mich bis jetzt echt ganz wohl, auch wenn ich in manchen Situationen etwas wehmütig an Deutschland denke (zum Beispiel beim Essen). Ich hoffe, dass es euch auch gut geht und werde mich bestimmt in den nächsten Wochen wieder melden!
Fühlt euch gedrückt von eurer Kathi in Afrika

Jambo,
jetzt sind schon fünf Wochen vergangen, die ich weg bin und die Zeit vergeht für mich wie im Flug. Wir unternehmen viel und mit so vielen Kindern im Haus ist auch immer was los.
An einem Sonntag sind Stefanie und ich mit einigen Kindern zu einer Wallfahrt in ein nahegelegenes Dorf gefahren. Es hat geregnet wie aus Kübeln und so sind wir mit Regenschirmen, Regenjacken und Fähnchen losgefahren. Es war eine holprige Fahrt über ungeteerte Wege bis wir da waren. Es fuhren sogar Busse aus den Ortschaften, um die Menschen zu diesem Ort zu bringen. Zwischen Bananenstauden vor einem Hügel saßen rund 40 Priester aus der Umgebung, um die Messe mit mehreren Tausend Gläubigen abzuhalten. Alle waren schick angezogen und beteten zusammen. Das war eine sehr interessante Erfahrung!
Die Woche drauf hatte wir dann viele Geburtstagskinder. Um das alles unter einen Hut zu bekommen wurden vier Geburtstagsfeiern zusammengelegt. Da an dem Sonntag auch Annajoyce aus Deutschland wiedergekommen ist, haben wir ihre und Anna-Leas Ankunft gleich noch mit gefeiert. Für diese Anlässe wurden morgens nach der Kirche viele Kuchen gebacken und nachmittags gesungen und getanzt. Dabei gab es natürlich auch für die Geburtstagskinder kleine Geschenke und es war schön zu sehen, wie die Jungs sich über ihre kleinen Radios gefreut haben; die dudeln jetzt jeden Tag…
Einige Tage später sind Stefanie, Anna-Lea, Philipp und ich zu einer Kirchenfeier nach Biharamulo gefahren. Dort ist die Schwesternschaft einer angestellten Schwester hier im Haus und zwei Schwestern dort feierten ihre Ewige Profess. Dabei legen sie das Gelübte ab, für immer Gott zu dienen. Es war sehr feierlich und alles festlich geschmückt und nach der dreistündigen Messe wurde viel gegessen und Sketche vorgeführt. Die Straße dorthin führt durch Rangergebiet und so habe ich meine ersten Wildtiere gesehen: wilde Paviane. Die waren aber leider schneller wieder im Gebüsch verschwunden als ich ein Foto machen konnte. Ich hoffe, ich habe nochmal die Möglichkeit viele andere wilde Tiere zu sehen und dann auch zu fotografieren.
Zum Anlass des 4-jährigen Jubiläums des Nikolaushauses wurde eine kleine Messe als Dankgottesdienst im Garten gehalten, zu der der Priester der Gemeinde Kemondo gekommen ist. Dafür wurden Mandazi, sehr leckere frittierte Hefegebäckteilchen, gebacken und es wurde ein bisschen im kleinen Kreis gefeiert. Beim Backen haben die Kinder tatkräftig mitgeholfen und hatten sichtlich Spaß. Da ich aus Deutschland Puddingpulver mitgebracht hatte, nutzten wir die Gelegenheit 5kg Vanillepudding zu kochen. Dazu habe ich mir ein paar Kinder geschnappt und sie haben fleißig gerührt und ebenso fleißig Töpfe ausgeleckt. Das war eine schöne Sonntagsaktion. Abends zum Nachtisch gab es dann endlich den ersehnten Pudding. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie schnell endlich mal die Teller mit Abendessen aufgegessen waren, weil alle Pudding wollten. Ich habe sehr gelacht und freue mich jetzt schon, das nächste Mal 5kg Schokopudding zu kochen. Eine leckere Abwechslung, da es Dr. Oetker Puddingpulver hier nicht zu kaufen gibt.
Wenn die Kleinen gegen 19Uhr nach dem Beten im Bett sind, essen die großen Kinder und wir spielen mit ihnen Spiele. Habe lange kein Uno gespielt, obwohl es auch etwas nervig ist, wenn die Kinder immer schummeln beziehungsweise es versuchen… trotzdem nette Abende. Apropos Kinder. Wir haben Zuwachs bekommen. Den kleinen Mwolokozi haben wir vor zwei Wochen aus seiner Familie geholt. Er ist 2 Jahre alt und kann weder richtig reden noch laufen. Zudem wog er bei seiner Ankunft nur 6kg. Das wiegen die meisten Kinder in einem Alter von 9 Monaten. Seine Mutter ist geistig eingeschränkt und hat noch 3 weitere Kinder von denen bereits zwei hier wohnten, bevor der Kleine aufgenommen wurde. Er macht sich gut und seit er die Würmer los ist, isst er auch sehr gut und scheint sich wohl zu fühlen. Ich hatte vorher noch nie mitbekommen, dass Kinder Würmer haben können. Muss eine ziemlich unangenehme und ekelige Angelegenheit sein und ich komme hoffentlich nie in die Situation, welche durch eine Wurmkur entfernen zu müssen. Also keine Spielsachen in den Mund stecken und rohes Gemüse gründlich abwaschen oder kurz abkochen.
Da ihr mich ja alle gut kennt, könnt ihr euch sicher denken, dass ich meine Laufschuhe natürlich nicht zu Hause habe stehen lassen. In den ersten Wochen habe ich mich noch nicht so getraut alleine rumzulaufen aber jetzt habe ich eine echt schöne kleine Runde für mich entdeckt, die ich hoffentlich regelmäßig laufen werde. Da wir ja direkt am Victoriasee leben, laufe ich durch den Wald runter zum See und bis zum nächsten Örtchen direkt am Wasser und am Strand entlang. Total schön. Aber ich falle sehr auf und werde schief angeguckt. Hier ist Sport aufgrund viel körperlicher Arbeit eh nicht so eine verbreitete Freizeitbeschäftigung und für eine Frau schon lange nicht. Ich werde von allen freundlich gegrüßt aber immer sehr belächelt. Aber das macht mir nichts aus. Ich werde trotzdem weiter laufen gehen.
In Bukoba-Stadt gibt es jetzt ein richtiges Café. Also so eins mit einer richtig tollen großen Kaffeemaschine, die wunderbaren Café Latte, Latte macchiatto und so weiter machen kann. Super Sache. Wenn ich in der Stadt bin ist das nach einem guten Essen immer das Highlight der Woche. Denn das Essen im Nikolaushaus ist sehr einfältig. Man könnte sicher viel mehr aus den vorhandenen Lebensmitteln machen, aber dafür fehlt den Köchinnen leider der Anreiz. So besteht das Essen zweimal am Tag aus Bohnen, Reis, Kartoffeln, Kochbananen, wenig Gemüse, etwas Fleisch und Fisch und Früchten.
Zur Zeit wird auch bei uns hinterm Haus gebaut. Es entsteht ein weiteres kleines Haus, das als Gästezimmer dienen soll mit drei Zimmern und einer Latrine. Es ist voll cool, wie schnell hier ein eingeschossiges Haus fertig gestellt ist. Und die Arbeiter wissen sich zu helfen. Die haben sogar ein richtiges Gerüst drumherumgebaut – allerdings nicht aus Metall, wie wir es kennen, sondern aus Baumstämmen als Pfosten und Brettern als Trittfläche. Sieht aber gut aus und nach zwei Wochen steht die Hälfte schon fast. Und für ein Wohnhaus für die Schwestern, das doch recht groß ist, haben die Männer auch nur gut fünf Monate gebraucht um alles zu errichten, anzuschließen und fertigzustellen. Geht schnell hier.
So also der neuste Stand aus Afrika, ich hoffe es geht euch allen gut und ihr habt nicht zu schreckliches Herbstwetter in Deutschland – wir haben es nie unter 20Grad und nur selten einen Tag ohne Sonne. Neidisch?
Bis ganz bald, kwa heri, ich schick euch Küsschen,
eure Kathi

jambo,
der November ging sooo schnell um, dass ich gar keine Zeit gefunden habe, früher zu Schreiben. Und jetzt ist schon Dezember und es ist so viel passiert in den letzten Wochen.
Das Gästehaus ist nun endlich fertig und die Kinder haben sogar ein Gemüsebeet davor angepflanzt. Da sollen bald mal Tomaten, Möhren und Bohnen geerntet werden können. Dafür kümmern sich die Großen auch sehr gut um die Pflänzchen und entfernen sogar regelmäßig das Unkraut. Danach sehen sie zwar aus wie die Schweine, aber das ist ja hier eh egal.
Wir beten ja jeden Abend und ein paar der kleineren Kinder nutzen das monotone Gebete zum Einschlafen. Das ist bei den ganz kleinen auch ok, aber es gibt auch Kinder, die eigentlich mitbeten und nicht einschlafen sollten. Deshalb muss zum Beispiel Mwesiga auf einem Hocker sitzen, damit er nicht so schnell einpennt. Letztens hat er es aber sogar in so einer unbequemen Position nicht mehr geschafft, seine Augen offen zu halten und ist mitten während des Gebets vom Hocker gefallen. Alle mussten sehr lachen und Mwesiga musste ins Bett und durfte Freitag dann kein Fern sehen. Eine sehr harte Strafe.

Da ja seit vielen Wochen schon die Regenzeit eingesetzt hat, gibt es seit ein paar Wochen die Möglichkeit in Bukoba Käse zu kaufen. Vorher war das nicht möglich, weil die Kühe aufgrund der Trockenzeit und des wenigen Grases zu wenig Milch gegeben haben, um Käse herzustellen. Es gibt nur eine Sorte (Gouda Art) und die ist natürlich nicht wirklich vergleichbar mit deutschem Käse. Aber ich habe mir so eine kleines Käserad (1kg) gekauft und es war erstaunlich, wie sehr mir Käse gefehlt hat. Dann gabs mal statt Marmeladen-Toast ein Käse-Toast. Hatte was. Im Endeffekt war das Kilo Käse dann doch sehr schnell aufgegessen.

Ich wurde vorgewarnt, dass hier viele Kleidungsstücke und Schuhe schnell kaputt gehen, dass mir aber alle meine drei Paar Schlappen innerhalb von einem Tag kaputt gehen, habe ich nicht geglaubt. Da musste ich erstmal Flipflops vom Markt kaufen, bis die anderen beim Schuster heile gemacht wurden. Hat aber nur 1€ gekostet und somit voll gelohnt. Und durch das viele Waschen leidet die Kleidung doch sehr. Viele helle Klamotten werden gar nicht mehr sauber oder ganz weiß, weil hier auch eigentlich alles zusammen gewaschen wird.

Unser kleiner Mwolokozi lernt gerade laufen und reden, das ist soooo süß. Er kann schon alle Namen der Kinder und ich werde mit „Ina“ gerufen. Sobald ich raus komme ruft er nach mir und möchte mit mir kuscheln. Komisch ist, dass er Ina sagt, denn außer den Mitarbeiterinnen nennen mich alle Katti und nicht KatharINA – er muss es also von den Erwachsenen aufgeschnappt haben. Völlig herzerwärmend und zum Dahinschmelzen. Habe ihn heute Morgen gefragt, ob er mit nach Deutschland fahren möchte und da hat er ja gesagt und gelacht. Also vielleicht bringe ich meinen kleinen Lieblingszwerg einfach mit…

Da Afrika ja nicht ganz ungefährlich ist haben wir einen Nachtwächter und vier Wachhunde, die über Tag im Zwinger eingesperrt sind und nachts auf unserem Gelände rumlaufen. Eine Ziege ist scheinbar aus dem Stall entkommen und ist leider von den Hunden nachts gebissen worden und konnte nicht mehr richtig laufen. Ein paar Tage später kam ich aus der Stadt und es war ganz schön viel Trubel im Haus. Später erzählten mir die Größeren, dass die humpelnde Ziege geschlachtet wurde und alle haben voll afrikanisch daneben gestanden und gestaunt. Der wurde einfach die Kehle durchgeschnitten – echt krass wie hart hier alle im nehmen sind. Ich habe es glücklicherweise nicht gesehen. Und die nächsten Tage gab es dann Innereien und Ziegenfleisch, von den Töpfen habe ich mich aber ferngehalten. Das fand ich irgendwie nicht appetitlich.
Dann gabs essenstechnisch noch was Besonderes: die Zeit der Heuschrecken hat wieder eingesetzt und es gibt dann manchmal zum Naschen vor´m Fernseher und nach dem Essen frittierte Scenene. Auch nicht wirklich lecker, vor allem weil denen nur die Beine und die Flügel ausgerissen werden und dann kommen sie ins heiße Fett. Die Kinder lieben sie und verstehen überhaupt nicht, warum ich die nicht essen möchte. Hier also eine Delikatesse.

An einem Tag, an dem ich Teildienst hatte, also morgens Frühstück und abends Pflege, sind Steffi und ich um 8Uhr losgefahren Richtung Grenze Uganda, weil ich, um mein Visum zu verlängern, einmal ein- und wieder ausreisen musste. Einige Tage zuvor hatten wir mit dem Verkäufer des Käses gesprochen, weil es mich so interessiert hat, wie hier Käse hergestellt wird. Er sagte uns dann, dass wir in seiner Fabrik mal vorbeischauen dürften und das haben wir mit der Visumssache verbunden, weil das auf dem Weg lag. Es war verrückt, in welch kleinem Maßstab dort Käse gemacht wird. Maximal 200L können auf einmal verarbeitet werden, das ergibt gerade mal 20 Käse à 1kg. Und da die 200L nicht immer verfügbar sind, wird auch nicht regelmäßig produziert. Es war alles super klein und sehr einfach, aber sie können dort Käse herstellen und das finde ich unter den erschwerten Bedingungen, die das Land und die Milch mit sich bringt, echt super. Alles in allem war die Käserei (nur ein einziges Haus) kleiner als unser Technikum in der Hochschule, aber es war sehr spannend und interessant.


An einem Samstag bin ich mit Ania und Ray zusammen auf eine kleine Insel vor Bukoba gefahren, die Musila heißt. Mit einem kleinen, wackeligen Fischerboot sind wir darüber gefahren worden, einmal drumherum und dann sind wir an Land gegangen. Dort gibt es sehr viele Vögel und die Menschen leben von der Fischerei. Durch die Ruhe nisten dort viele Vögel und die Bäume waren voll mit Tieren. Wir haben auch einen Seeadler gesehen. Das war echt schön. Und da alle Vögel den Dagar (sehr kleine Fische im Viktoriasee) fressen und der sehr salzig ist, kacken die so ätzend, dass die Bäume regelrecht unter der Vogelkacke absterben. Wir sind einmal über die Insel gewandert und haben uns einiges über die Insel und das Land erzählen lassen, hatten einen umwerfenden Ausblick von den Klippen und haben dann Waldstücke gesehen, in denen die Bäume einfach tot waren vom Kot. Es war zwar nur ein kurzer Ausflug, aber es war sehr interessant und bei wunderschönem Wetter ein sehr entspannter Nachmittag.

Und jetzt komme ich zu meinem Afrika-Highlight: ich war für 4 Tage in der Serengeti! Letzten Donnerstag sind Ania, Ray und ich morgens mit einem Reisebus nach Mwanza gefahren. Sehr aufregende und unkomfortable Fahrt, aber wir waren am späten Nachmittag in der 2,5 Millionen-Stadt Mwanza und wurden dort von unserem Guide Paulo am Busbahnhof abgeholt. Dann mussten wir noch raus in die Serengeti fahren, was mit dem Auto ungefähr zwei Stunden gedauert hat. Dort haben wir außerhalb des Nationalparks in einer Lodge übernachtet und sind morgens in den Park gestartet. Sofort der Eintritt in den Park war überwältigend, weil wir ab dem ersten Moment Tiere sehen konnten. IMG_7054aDafür ist die Serengeti bekannt, dass sehr viele Tiere dort leben. Wir hatten so ein super cooles, hochmodernes Safari-Auto mit Strom zum Laden der Kameras und einem Dach, dass man öffnen konnte. Wir haben dann also während der gesamten Fahrt im Auto gestanden und die Köpfe aus dem Dach gehalten und ich konnte die ersten Stunden nur grinsen, weil es so wunderschön und überwältigend war. Es gibt dort keinerlei Zäune und die Tiere können die offenen Grenzen passieren, wann immer sie wollen. IMG_6733aWir sind dann den ganzen Tag im Park unterwegs gewesen, haben mittags bei einem riesen Gewitter irgendwo in der Serengeti unsere Lunchpakete gegessen und die ganze Zeit Tiere beobachtet. Giraffen, Zebras, Elefanten, Löwen, Nilpferde, Krokodile, Gnus, Büffel, Gazellen, Geier – alle waren soooo nah an uns dran und wir hätten manche berühren können, wenn wir die Hand ausgestreckt hätten. Wir hatten einen Koch mitgenommen und haben dann die Nacht in der Wildnis in einem kleinen Zimmer verbracht und wurden abends grandios bekocht und konnten nachts die Tiere hören. Eine Gruppe von 13 Löwen hatte neben uns ihr Nachtlager und morgens beim Zähneputzen konnte ich schon Löwen beobachten. Es war einfach atemberaubend. Der zweite Safari-Tag war dann bilderbuchmäßig mit wunderschönem Wetter und wir haben einen Gepard und zwei Leoparden gesehen. Paulo meinte, dass wir soooo ein Glück gehabt hätten, normalerweise sieht man diese beiden Serengeti-Tiere nur so extem selten. Und wir haben beide innerhalb von wenigen Stunden zu Gesicht bekommen. Das war so klasse. Oft haben wir dann mit dem Fernglas auf dem Dach unseres Jeeps gesessen und die Tiere sehr lange beobachtet. Die Zeit ist so dahingeflogen. Mein persönlicher Höhepunkt war eine Gruppe von 6 Elefanten, die direkt neben der Straße im Schatten von großen Bäumen standen. IMG_6522aDarunter waren auch ein Baby und zwei kleinere Elefanten – ich konnte es gar nicht fassen, dass ich meine Lieblingstiere mal so nah in freier Wildbahn sehen durfte. Wunderschön. Abens, als  wir dann leider schon wieder aus dem Park mussten, hatten wir noch einen überwältigenden Sonnenuntergang, mit Farben, die ich so noch nie gesehen hatte. Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Wir mussten dann früh schlafen gehen, weil wir ein großes Ereignis am nächsten Tag vor uns hatten. Wir sind nämlich beim Serengeti-Marathon mitgelaufen, der 4km durch den Nationalpark führte und ich habe den Halbmarathon in etwas mehr als 2 Stunden absolviert. Bei rund 30 Grad war ich danach seeehr zufrieden. Es war ein tolles Erlebnis mit den Leuten am Straßenrand und den Kindern, die oft mir uns mitgelaufen sind. Die heiße Dusche und das anschließende Essen in der Stadt hatten wir uns also mehr als verdient. Abends sind wir dann auf eine Fähre gegangen, die uns über Nacht nach Hause gefahren hat. Die „Serengeti“ ist das älteste Fährschiff auf dem Viktoriasee und wir konnten von Deck aus einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten. Die Nacht war kurz und schaukelig, aber wir sind gut wieder am Montagmorgen angekommen.
Und da hier auch die Weihnachts- und Adventszeit begonnen hat, habe ich einen Adventskranz gebunden und Steffi und ich haben einen Adventskalender für die Kinder mit Süßigkeiten befüllt. Abends beten wir jetzt Weihnachtsgebete und dabei brennt die erste Kerze meines Kranzes – echt schön. Trotzdem ist für mich noch kein bisschen Weihnachtsstimmung aufgekommen! Vielleicht kommt die, wenn wir am Samstag mit den Kindern Plätzchen backen und weihnachtliche Mandalas malen und am Sonntag feiern wir dann Nikolaus. Dafür wird es einen Gottesdienst hier geben und wir werden die hoffentlich leckeren Plätzchen essen.

Meine letzten drei Wochen hier sind schon angebrochen und sie werden sicher sehr schnell vergehen, weil wir mit den Kindern viel unternehmen können und noch Besuch aus den USA kommt. Ein bisschen graut es mir schon vor dem Abschied, da es sicher schwer werden wird, sich von allen hier nach einer doch recht langen Zeit zu verabschieden. Ich weiß zwar, dass ich wieder kommen werde zu Besuch, aber wann das genau sein wird, weiß ich nicht.
Kwa heri, ich freu mich auf euch und fühlt euch gedrückt und geknuddelt von eurer Katti in Afrika

  • NIKOLAUSHAUS e.V. St. Nicholaus Children´s Center, Kemonodo
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